Kann man zu viele Bücher haben und wenn ja, wohin mit ihnen?

Ich habe zu viele Bücher.
Nicht einfach in dem Sinne, dass sie nicht ins Regal passen (da könnte ich mir ja ein weiteres kaufen, oder auch zwei oder drei).

Ganz so sieht’s bei mir noch nicht aus…. Foto: Pinterest

Ich besitze Bücher, zu denen ich keinen Bezug habe. Ich erinnere mich nicht mehr an die Handlung und auch nicht an die Figuren. Sie stehen auf ihrem Platz im Regal und warten … aber auf was? Daneben stehen Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, und bei denen ich auch nicht vorhabe, sie jemals zu lesen. Das können Geschenke sein, die meinen Geschmack nicht getroffen haben oder auch Fehlkäufe; die Titel interessieren mich einfach nicht.

Wohin mit solchen Büchern?
Das frage ich mich immer wieder, wenn ich den Stapel quer liegender Bücher auf meinem Regal anschaue, der nirgends sonst mehr Platz findet und mir auch nicht genug bedeutet, um ihm einen hübschen, neuen Platz zu suchen (Alena schlägt mir immer dann, wenn sie den Stapel sieht, vor, ihn hinter der Reihe Bücher im Regal zu verstecken. Das finde ich eine gute Idee, und dann vergesse ich wieder, sie umzusetzen und die Bücher bleiben quer da liegen, wo sie eben liegen und stapeln sich immer höher. Irgendwann wird mir die Zimmerdecke einen Strich durch diese Taktik machen, aber so lange noch ein paar Zentimeter Platz sind zwischen Bucheinband und Decke ist ja alles gut, richtig?).

Jedenfalls: Wegschmeißen kann ich sie nicht (könnt ihr Bücher wegschmeißen?). Ich kann das auch dann nicht, wenn ich keinen Bezug zu ihnen habe. Müll geht einfach nicht.
Ein paar Titel habe ich letztes Jahr in einen Bücherschrank gestellt. Dann bin ich fast jeden Tag drum herum geschlichen und habe geschaut, ob sie schon weg sind (sie waren alle sehr schnell weg – sogar das Buch darüber, wie man Amerikanische CVs schreibt). Letztens habe ich ein Interview der Autorin Barbara Ehrenreich in der Huffington Post gelesen, in dem sie sagt :

[…] the last thing a book wants is to just sit around unread, serving as an element of interior decorating. […] If I am really ambitious, I pack books into boxes and donate them to prisons.
(Quelle: Huffington Post)

An anderer Stelle gibt Frau Ehrenreich auch zu, dass sie Bücher häufig Freunden mit nach Hause gibt, nur damit sie gelesen werden und nicht sinnlos im Regal stehen. Auch eine Idee.
Jetzt muss ich dauernd an meine quer liegenden Bücher denken, und überlege, ob sie wohl unglücklich sind, so als Dekorationsstücke (eigentlich noch nicht einmal, weil sie ja nur da liegen!).

Wie macht ihr das denn?

Oder kennt ihr das gar nicht, solche (zu vielen) Bücher zu besitzen?

 

Ein Happy End braucht ein weißes Pferd. Oder?

Und wenn sie nicht gestorben sind, …

Am Wochenende lief auf einem großen deutschen Privatsender ein Disney-Animationsfilm, der auf einem Märchen der Brüder Grimm basiert. Wie er ausging, muss man eigentlich nicht erwähnen. (Sie haben geheiratet. Obwohl kein Prinz darin vorkam. Dafür aber ein weißes Pferd.)

Weißes Pferd. Foto: Florian Lehmuth.

Ich mag keine Pferde, und mit Prinzen habe ich keine Erfahrung, aber ich begann mich zu fragen: Brauchen wir für ein echtes Happy End die (unsterbliche) Liebe (oder irgendwas in der Richtung)?

Um es gleich zu sagen: Für mich gehört in eine gute Geschichte auch eine Romanze. In ihrem Ratgeber Wort für Wort – oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben nennt die wunderbare Elizabeth George fünf Dinge, die sie über ihre Figuren unbedingt wissen muss. Darunter sind das Kernbedürfnis, die Vergangenheit, aber auch die Sexualität der Figur. Ich würde das etwas breiter auslegen und stattdessen auf das romantische Leben der Figur beziehen – also nicht nur Sex, sondern auch die (unglückliche) Liebe, (gescheiterte) Beziehungen, was die Figur von ihrem Liebesleben erwartet. Und wen sie liebt. An wen sie denkt, wenn sie nachts nicht schlafen kann. Wenn das alles fehlt, bin ich meistens ein bisschen unzufrieden.

Aber braucht die Romanze ein Happy End?

Ich hasse es, wenn man mir diese Antwort gibt (besonders, wenn ich mir die Mühe gemacht habe, einen Post bis zum Ende zu lesen), aber: Es kommt darauf an. Ich bin grundsätzlich immer sehr dafür, dass am Ende alle glücklich sind. Manche Figuren jedoch will ich auf eine Reise schicken, die länger ist, als Pferdebeine die Heldin tragen können. (Und manchmal will ich fies sein und die Leser quälen. Das kommt auch vor.) Die meisten Geschichten vertragen eine ordentliche Portion Liebe und Romantik, aber ob die bis zum Ende reicht oder auf den letzten Seiten verpufft (besser: in zerschmetternde, herzzerreißende Dramatik umschwingt), ist eigentlich nicht so wichtig.

Würde sich irgendjemand an Romeo und Julia erinnern, wenn sie glücklich gelebt hätten bis an ihr Lebensende? Eben.

Lasst uns ein paar böse ausgehende Liebesgeschichten schreiben! Wer ist dabei?

 

 

 

Kreative Inspiration & Motivation – 13.04.2014

Schriftsteller sein bedeutet, jeden Tag zu schreiben. Schriftsteller sein bedeutet aber auch, viel zu lesen und sich überall inspirieren zu lassen. Diese Woche hat uns Folgendes besonders inspiriert und gefallen.

1. Artikel: Appetite for Risk: At the Intersection of Video Games and Literature von Maxwell Neely-Cohen.

Maxwell Neely-Cohen überlegt in seinem Artikel Appetite for Risk: At the Intersection of Video Games and Literature,  was die Buch- und die Videospielbranche gemeinsam haben und was sie voneinander lernen können. Ist es nur die Struktur, das Storytelling, oder ist es mehr? Er schlägt vor, wie Kooperation und Konvergenz der beiden Branchen aussehen könnte, und sagt:

We should be making novels into video games, video games into novels. Publishers should collaborate with indie game developers, trading them a platform and content in exchange for labor and a new form of adaptation. (Quelle: Appetite for Risk: At the Intersection of Video Games and Literature)

Videospiele sind per Definition bereits digital, aber laut Neely -Cohen gesellschaftlich oft nicht als “Kunst” anerkannt. Bücher dagegen greifen auf einen enormen kulturellen Fundus zurück, sind aber nicht zwangsweise digitalisiert. Neely-Cohens Vorschlag:

The book publishing industry needs to carve out a more interesting, necessary space for itself in the digital world. (Quelle: Appetite for Risk: At the Intersection of Video Games and Literature)

Absolut lesenswert und regt zum Nachdenken an!

2. Event der Woche, pt.1: Tatort Friedhof.

Wir sind es diese Woche ein bisschen gruselig angegangen und haben gleich zwei Führungen rund um das Thema Vampire, Tod und Pest hinter uns. Fazit: Beide waren spannend und interessant, jede auf ihre eigene Art und Weise. Aber der Reihe nach. Die Führung Tatort Friedhof – Von Leichenräubern, Pestopfern & dem Kaiser der Franzosen der Frankfurter Stadtevents findet regelmäßig auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main statt.

Engel auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Foto: Harald Fester.

Themen sind “spektakuläre Kriminalfälle auf dem Frankfurter Hauptfriedhof wie z.B. Leichenraub, Organhandel oder anatomische Sektion.” Anhand von Gräbern, Denkmälern, Mausoleen und auch Pflanzen erklärt Sascha Stefan Ruehlow, welche zwielichtigen Gestalten sich seit jeher auf dem Friedhof herumtrieben “um das schnelle Geld zu machen: Man stahl persönliche Gegenstände, Kleidung, Prothesen und ähnliches, um diese dann wieder bei einem Händler oder unter der Hand weiter zu verkaufen.” Es geht um das Mittelalter, die Pest, Grabschändung und um die Entwicklung des Friedhofs in der Neuzeit. Mir hat’s Spaß gemacht, und ich habe auch schon das nächste Ziel auf dem Friedhof vor mir, wenn es dann heißt: Vampire, Werwölfe & Scheintote – Friedhofsgruseln zwischen Legenden & Wirklichkeit.

3. Event der Woche, pt. 2: Die Nacht der Vampire.

Die Nacht der Vampire. Foto: Morticus Ghosttours.

Dass ich von Blutsaugern nie genug bekommen kann, hat sich den meisten bestimmt schon erschlossen. Wem es noch nicht aufgefallen sein sollte, dem empfehle ich, wenigstens meine beiden Artikel Die Notwendigkeit des Grau(en)s: Von der immerwährenden Faszination durch Vampirgeschichten. und Only Lovers Left Alive oder von der Liebe zum Vampir zu lesen (und auch alle anderen, die zwar bemerkt haben, dass ich Vampire mag, die Artikel aber nicht kennen, sollten einen Blick darauf werfen ;) ). Wer noch mehr über Vamps lesen und sehen will, dem kann ich noch mein Vampirspecial und die Reportage “Dracula lebt” (die ist nicht von mir, sondern vom ZDF, aber trotzdem sehr gut!) empfehlen.
Wer Vampire auch ganz gerne “zum Anfassen” und nicht nur in Artikeln und Videos hat, der sollte auf keinen Fall die Nacht der Vampire der Morticus Ghosttours verpassen. Denn das war die zweite spätabendliche oder auch nächtliche Aktivität, die ich bezüglich Toter und Untoter diese Woche gemacht habe. Sowohl die Webseite als auch die Tour haben mich episodenweise an Supernatural erinnert. Das bedeutet absolut nichts Schlechtes, sondern etwas sehr Gutes, denn nicht umsonst war Supernatural schon Serie der Woche (und so viel Supernatural wie ich schon hinter und auch noch vor mir habe, gäbe es ausreichend Gründe, die Serie noch mindestens sieben Mal als Serie der Woche zu listen).
Aber zurück zum Thema, worum geht’s bei der Nacht der Vampire? Jan Reichert, Schauspieler der Oper Frankfurt und freier Autor, spielt einen Vampir und nimmt Teilnehmer der Tour mit auf eine Reise durch das düstere Vampirdasein. Es beginnt eine Führung durch den Frankfurter Anlagenring mit historischen Informationen rund um die Stadt, bespickt mit Gedichten der Romantik. Hin und wieder begegnen den Teilnehmern der Vampirtour zwielichtige Gestalten, gespielt von Matthias Zwermann, dem Mitbegründer und Leiter der Morticus Ghosttours. Eine Geschichte rund um das Vampirdasein wird dadurch in die Tour integriert und sorgt für Nervenkitzel und Spannung der besonderen Art. Sehr spaßig!

4. Das Zitat.

Wake Up. Get Inspired. Do Great Things. Repeat. Foto: Pinterest

Kreative Inspiration & Motivation – 06.04.2014

Schriftsteller sein bedeutet, jeden Tag zu schreiben. Schriftsteller sein bedeutet aber auch, viel zu lesen und sich überall inspirieren zu lassen. Diese Woche hat uns Folgendes besonders inspiriert und gefallen.

1. Artikel: How to Survive Harsh Critiques.

Jessica schreibt in ihrem Beitrag How to Survive Harsh Critiques  auf dem Blog I Believe in Story, wie wir mit Kritik an unserem Werk umgehen können und sollten. In fünf Punkten schildert sie, wie wir Kritik einordnen und zu unseren Gunsten nutzen können, dass wir uns nicht sofort angegriffen fühlen sollen und dass wir erst einmal durchatmen sollen, bevor wir uns über Anmerkungen aufregen, denn:

Critiques are there to make your writing stronger, and if used properly, they most definitely will.
(Quelle: How to Survive Harsh Critiques)

2. Spaß für Schriftsteller: Viktorianisches Pseudonym für jeden!

Beispiele prominenter Autorinnen, die unter Pseudonymen geschrieben haben, sind im Artikel Name Generator: What Would Your Victorian Pen Name Have Been? der Huffingotn Post gelistet. Und noch mehr: Gibt man seinen eigenen Namen ein, dann wird ein viktorianisches (männliches) Pseudonym ausgespuckt! Wer seid ihr? Mein Name: Arnold Collins! :)

Viktorianisches Pseudonym. Foto: Huffington Post

3. Inspiration: 10 US-amerikanische Städte für eine Geschichte mit übernatürlichen Wesen.

Für alle, die noch eine Stadt suchen, in der ihre nächste Geschichte mit fantastischen Kreaturen stattfinden soll: Diese Liste von Mur Lafferty lohnt sich. Denn in Top 10 U.S. Cities for Supernatural Creatures dürfte jeder genau das finden, wonach er sucht. Sollte es eine pulsierende Großstadt sein (z.B. New York), oder eher ein historisch angehauchter Ort (z.B. Boston)? Oder sollte der Aufhänger sich doch nach einer tatsächlich seltsamen Begebenheit richten (z.B. San Francisco)? Nicht zu vergessen der Nebel, in dem sich Zombies wohlfühlen könnten (z.B. Portland). Sucht euch was aus, Möglichkeiten gibt’s genug!

4. Das Zitat.

To write means… Foto: Pinterest

 

Über Agenten und schräge Ideen

” […] I’m also always looking for that new paranormal or urban fantasy that just sucks me in and truly stands out from the slush pile.
(Quelle: LITERARY AGENT INTERVIEW: TAYLOR MARTINDALE OF SANDRA DIJKSTRA LITERARY AGENCY)

Letzte Woche habe ich versprochen, einen Beitrag dazu zu schreiben, dass wir uns nicht weiterentwickeln, wenn wir nur das schreiben, was sich gerade gut verkauft. An dem obigen Zitat der US-amerikanischen Literaturagentin Taylor Martindale lässt sich das, wie ich finde, sehr schön zeigen. Es geht ihr nicht darum, Urban oder Paranormal Fantasy zu vertreten, weil einige solcher Werke gerade die Bestsellerlisten bevölkern (zum Beispiel Cassandra Clares Shadowhunter-Serie, Charlaine Harris’ Sookie Stackhouse-Bücher). Sondern es geht darum, dass es sich um ein Werk handeln sollte, das anders ist als das, was man so kennt.

Das, was Geschichten spannend, aufregend und neu macht ist das Unerwartete. Warum war die Twilight-Serie so erfolgreich? Weil es Stephenie Meyer gelungen ist, glaubwürdig darzustellen, dass Vampire doch gar nicht so schlecht sind. Das hat eingeschlagen. Aber klar, wenn wir fünf, zehn, fünfzehn Reihen gelesen und gesehen haben, in denen der heiße, männliche Vampir sich in das unschuldige, hässliche, menschliche Entlein verliebt, dann wird das langweilig. Und wir stagnieren (wenn wir uns nichts Neues überlegen – aber dazu könnt ihr hier mehr lesen).

Auch Literaturagentin Shira Hoffman sucht Schriftsteller, die ausgefallene Ideen haben, sich etwas trauen, aber gleichzeitig nicht den Fokus der Zielgruppe verlieren. Sie sagt:

” […] Kids really connect to the grotesque, and I’d jump at the chance to have a writer on my list who can give me goose bumps, but still be appropriate for MG readers.”
(Quelle: AGENT ADVICE: SHIRA HOFFMAN OF MCINTOSH & OTIS, INC.)

Das, was Leser (und auch Agenten) suchen, ist das Neue. Ideen, die sie überraschen; Wendungen, die sie nicht erwarten. Genau so, wie vor der Twilight-Serie wahrscheinlich nur wenige (außer vielleicht denjenigen, die L.J. Smiths The Vampire Diaries-Bücher kannten) geglaubt hätten, dass wir uns in Vampire verlieben könnten. Und wer hätte gedacht, dass wir Sympathie empfinden könnten mit einem Zombie in dystopischem Setting, bevor wir R aus Warm Bodies von Isaac Marion kennengelernt haben?

Im Internet tummeln sich (vor allem englischsprachige) Literaturagentenblogs, Interviews und Agentenwunschlisten. Was sie alle gemeinsam haben: Es ist das Besondere, das gewinnt. Es darf schräg sein, und auch aufgeregt. Wir dürfen an uns zweifeln und unsere Geschichte kritisch hinterfragen. Aber wir sollten uns nicht davon abbringen lassen, zu experimentieren, vielleicht ganze Genres zu kreuzen und über das Ausgefallene zu schreiben.

Wer auf Twitter ist, kann übrigens unter dem Hashtag #MSWL (steht für Manuscript Wish List) verfolgen, was verschiedene Agenten derzeit suchen. Das lohnt sich in jedem Fall und kann sehr inspirierend sein!

 

Kreative Inspiration & Motivation – 30.03.2014

Schriftsteller sein bedeutet, jeden Tag zu schreiben. Schriftsteller sein bedeutet aber auch, viel zu lesen und sich überall inspirieren zu lassen. Diese Woche hat uns Folgendes besonders inspiriert und gefallen.

1. Artikel: 8 Signs That You Were Meant to Be a Writer von Henri Junttila

Henri Junttila hat auf writetodone.com einen Artikel unter dem Titel 8 Signs That You Were Meant to Be a Writer verfasst, der uns zeigt, wann und warum es unsere Bestimmung ist, Schriftsteller zu sein. In acht Punkten schreibt er über Perfektionismus, Inspiration, Zweifel und Träume:

If you are inspired to write a novel, then start today. Don’t wait for perfection.
Let it be messy.
Let it be chaotic.
Let your thoughts go crazy and your body shiver with fear.
But start. Right now.

[…]

I write about what makes my heart sing.
And you should do the same, because what excites you is your internal GPS telling you that you need to pay attention to that.

(Quelle: writetodone.com)

2. Fabelhafte Buchstützen (alle auf etsy.com gefunden)

Batman-Buchstützen, EUR 36,62. etsy.com

Hirsch-Buchstützen, EUR 44,09. etsy.com

Baum-Buchstützen, EUR 36,62. etsy.com

3. Video: “Girls Who Read” von Mark Grist

Der Berater, “battle rapper” und Lyriker Mark Grist hat ein wunderbares Video mit dem Titel “Girls Who Read” aufgenommen. Darin heißt es unter anderem:

See, some guys prefer asses// Some prefer tits// And I’m not saying that I don’t like those bits// But what’s more important// What supercedes// For me// Is a girl a with passion, wit and dreams// So I want a girl who reads.
(Quelle: The Huffington Post)

Diese 2:30 min sind es wirklich wert, gesehen zu werden (und das nicht nur aufgrund des so tollen, britischen Akzents…):

(Quelle: Mark Grist)

4. Das Zitat.

A writer…. Foto: Pinterest

Schreibe, was dir gefällt!

Kurz nachdem ich Über Träume und (passend dazu) Jared Leto geschrieben habe, bin ich über Daniel Hopes Artikel Write What You Like: Why “Write What You Know” Is Bad Advice gestolpert. Dann habe ich überlegt, Hopes Kernaussage, nämlich das zu schreiben, was man gerne schreibt, mit in meinen Träume-Beitrag aufzunehmen. Aber irgendwie passte das Ganze dann doch nicht so recht zusammen, wurde verwirrend uns so weiter (ihr kennt das vielleicht, wenn man zu viel auf einmal sagen will, dann klappt’s erst recht nicht so, wie man es sich vorgestellt hat). Und so habe ich mich entschieden, einfach zwei Artikel zu schreiben. Und so ist dieser neue Beitrag entstanden.

Es geht also darum, das zu schreiben, was man gerne schreibt (lässt sich übrigens auf alle Lebensbereiche übertragen). Was habe ich schon davon über ein Thema oder in einem Genre zu schreiben, das mich überhaupt nicht interessiert, oder zu dem ich keinen Bezug habe – einfach nur, weil dieses Thema gerade “in” ist, die Bestsellerlisten bevölkert und vom Publikum geliebt wird? Ich behaupte: Davon habe ich nichts. Vor allem aber würde das Spektrum an Werken sich dann nicht erweitern, sondern stagnieren. Denn dann käme niemand auf neue Ideen und niemand würde seine Ideen (und vielleicht auch Spinnereien) mutig aufschreiben (Und schwups – da kommt mir eine neue Idee für einen Blogbeitrag; den gibts dann nächste Woche!).

Und genau deshalb hat mich Daniel Hopes Artikel sofort angesprochen. Denn auch er sagt, dass man sich nicht beeinflussen lassen sollte von dem, was andere tun oder von dem, was gerade vermeintlich hip ist. Es geht darum, dass man selbst damit glücklich ist. Er schreibt:

This is the true cardinal rule of writing. It doesn’t matter what’s popular in the bookstore. It doesn’t matter what your professor told you was acceptable. It doesn’t matter what any number of other writers and readers think you should write about. Write about things you find interesting. If that means you like interdimensional space slugs that eat algae fondue, don’t worry about never having met an extraterrestrial, or the fact that you clearly prefer chocolate to algae. Focusing on what interests you will make your writing better. No matter what you write, there will be someone out there who enjoys the same things.
(Quelle: litreactor.com)

Bei diesem Absatz habe ich mich sofort an ein Zitat aus dem wunderbaren Roman tschick von Wolfgang Herrndorf erinnert. Zum ersten Mal habe ich es gehört, als ich das Theaterstück in der Inszenierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar (unglaublich toll!) gesehen habe. Und der Satz hat sich irgendwie in meinen Kopf eingebrannt. Eine Woche nach meinem Theaterbesuch habe ich das Buch dann verschlungen, und mich die ganze Zeit über, während des Lesens, auf diesen einen Satz gefreut. Denn ganz am Ende, da fragt Maiks Mutter:

tschick

Mögen wir das, was wir schreiben, oder schreiben wir es, weil es gerade gelesen wird?
Ich mag Vampire. Ich schreibe über sie, auch wenn manch einer vielleicht sagt, die Stephenie Meyer-Vampirwelle ist schon an mir vorbei geschwappt. Na und? Soll sie doch. Vielleicht kommt eine neue Welle. Vielleicht kommt auch keine. Dann schwimme ich eben im seichten Wasser. Ich brauche nicht die perfekte Welle, um glücklich zu sein. Um glücklich zu sein muss ich das schreiben, was mir Spaß macht. Was ich mag.

Und ich finde, wir sollten uns das öfter bei den Dingen, die wir so tun, fragen. Sind wir eigentlich glücklich damit?