Buchempfehlung: Dark Heart – Claire Knightley

Auch heute gibt es eine vampirische Empfehlung: die Fortsetzung von „Dark Moon“ mit dem Titel „Dark Heart“.

Foto: Ravensburger AG

Dark Heart ist die Fortsetzung von Claire Knightleys Fantasy-Roman Dark Moon. Dark Moon hat mich sofort begeistert, und obwohl das Buch sehr leicht geschrieben ist und schnell durchzulesen, hat es mich in seinen Bann gezogen. Leider kann Dark Heart nicht ganz an diesen Eindruck des ersten Teils anknüpfen: Drei Viertel des Buches beschäftigen sich damit, dass Lydia über den gedanklichen Kontakt zum Vampir Jack erfährt, dass er bei seiner geheimnisvollen Mission für die Vampirkönigin Lilith McCleery in Gefahr geraten und in einem Stollen verschüttet wurde. Auch die Reise hin zu dem Stollen, um Jack zu befreien, wird ausführlich beschrieben – wie Jack befreit und gerettet wird, bekommt dagegen viel zu wenig Beachtung, ist es doch genau das, worauf das Buch hinsteuert.
Danach verfolgen Lydia, Jack und Mark (Lydias Freund) das „übergeordnete Ziel“, Charles Solomon, einen im ersten Band eingeführten Bösewicht, zu töten. Dass hierfür nur noch ungefähr ein Achtel des Buches verbleibt, hat mich schon beim Lesen stutzig gemacht. Zuerst habe ich überlegt, ob vielleicht ein dritter Teil folgt. Aber Claire Knightley packt in diesen winzigen Teil des Buches tatsächlich noch Jagd, Entdeckung und den Sieg über Solomon.
Und schließlich steht Lydia auch noch die schwerste Entscheidung ihres Lebens bevor: sie muss sich für Jack oder Mark entscheiden. Auch diese Entscheidung wird für mich viel zu platt dadurch getroffen, dass Mark eben seine Jacke vom Haken nimmt und geht. Der Konflikt, dem Lydia ausgesetzt ist, wird so gut wie gar nicht thematisiert, sondern nur auf ihrer Abschiedsparty, bevor sie zu Hause auszieht, kurz angerissen.

Mir hat Dark Heart deshalb nicht so viel Spaß gemacht wie noch Dark Moon, weil alles, worauf Lydia im ersten Teil des Buchs hinarbeitet, im zweiten Teil sehr kurz und (auch irgendwie) lieblos abgehandelt wird. Die Entscheidung für Jack (und damit den Tod) und gegen Mark (und damit das Leben) wird für meinen Geschmack zu wenig thematisiert. Vor allem, da Lydia Mark mehrmals versichert, ihn zu lieben und niemals zu verlassen. Dass sie zwar Jack und Mark zugleich liebt, ist dem Leser klar. Dass sie ihren langjährigen Freund aber „einfach so“ stehen lässt, gibt dem Buch einen schlechten Beigeschmack. Mir hätte ein Ende mit Mark besser gefallen; auch wenn man weiß, dass Lydia Jack liebt, so wäre dies doch ein bittersüßes Ende gewesen und keines, bei dem Mark einem betrogen vorkommt nach allem, was er für Lydia aufgegeben und geopfert hat.
Trotzdem: Spannung kam auf in Dark Heart und wem Dark Moon Spaß gemacht hat, dem gefällt der zweite Teil bestimmt auch ganz gut. Vielleicht war da mein Anspruch auch einfach etwas zu hoch, nachdem ich den ersten Teil so super fand, dass ich einfach zu viel erwartet habe von Band zwei.

 


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