Der Einstieg in den Fantasyroman: Ein Kickstart

Das gilt zwar auch für den Roman als Genre an sich, für den Fantasyroman aber ganz besonders: Die Handlung muss schnell beginnen. Vor allem in der Fantasy erwartet der Leser Abenteuer und Spannung, und die sollte er vom ersten bis zum letzten Moment bekommen. Beispiele für sehr gute Anfänge von Fantasyromanen sind unter anderen:

  1. „Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, der die Welt verändern sollte.“ (Christopher Paolini: Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter)
  2. „ ‚Du willst mich wohl verarschen’, sagte der Türsteher und verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust. (Cassandra Clare: City of Bones – Chroniken der Unterwelt 1)
  3. „An die Wand gedrückt und von der Küche aus nicht zu sehen, schlichen Lyra und ihr Dæmon durch den dämmrigen Speisesaal.“ (Philip Pullman: Der goldene Kompass)
  4. „Liebes Tagebuch, heute wird etwas Schreckliches passieren.“ (Lisa J. Smith: Im Zwielicht. Tagebuch eines Vampirs.)

Warum sind gerade das so gute Bespiele? Ganz einfach: Der Leser wird in die Handlung hineingeworfen, das Problem einer Figur wird deutlich, das den Leser an der Geschichte hält oder es werden essentielle Fragen aufgeworfen (…der die Welt verändern sollte…du willst mich wohl verarschen…schlichen durch den dämmrigen…wird etwas Schreckliches passieren…).

Der Roman braucht also eine Art „Kickstart“: Die Geschichte sollte sofort losgehen.

Kleiner Tipp, wie man zu einem guten Kickstart kommt: Anfänge von anderen Büchern anschauen. Vor allem von Büchern, die erfolgreich in dem Genre sind, in dem man sich selbst bewegt. Ein paar gute Informationen über den richtigen Einstieg findet man auch auf Carly Watters’ Blog, und eine gute Checkliste für die erste Seite bei C. S. Lakin.


7 Gedanken zu “Der Einstieg in den Fantasyroman: Ein Kickstart

  1. Naja … Ich hoffe, es geht auch gelegentlich anders. Immer nur Kickstarts finde ich (seltsamerweise) langweilig. Und das als „absolutes Muss“ hinzustellen, finde ich schade. Als „dürfe“ es gar nichts anderes geben.

    Gefällt mir

  2. Ich stimme dir insoweit zu, dass man überhaupt nichts „muss“. Es darf immer genau die Lösung geben, die man schreiben will, und die einem selbst gefällt. Außerdem würde ich hier defintiv zwischen literarischen Texten und Unterhaltungsliteratur unterscheiden. Ich persönlich bevorzuge bei Unterhaltung einen schnellen, impulsivem Start, aber wie gesagt – das ist meine Präferenz, die muss man nicht teilen. Danke fürs kritische Kommentieren 🙂

    Gefällt mir

    1. Solange man nicht „muss“, stimme ich wiederum zu. 🙂
      Es klingt nur oft so, und ergo meinen 99 %, sich auf Biegen und Brechen daran halten zu müssen. Das geht sogar schon so weit, dass Geschichten, die nicht mit Rummsbumms 😉 anfangen, allein wegen des Regelbruchs „Punktabzüge“ bei Besprechungen bekommen. Spätestens dann wird es albern!

      Gefällt 2 Personen

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s