Buchempfehlung: Die Auslese von Joelle Charbonneau

Aber: Als Empfehlung gedacht für alle Dystopien- und Panem-Fans. Alle anderen müssen die Story nicht unbedingt lesen…das ist meine Meinung dazu:

Inhalt

Nach verheerenden, menschengemachten Katastrophen wie Kriegen und Bombenabwürfen sollen nur noch die Besten der Gesellschaft politische Macht ausüben, die mit Hilfe des Konzepts der Auslese von Psychologen ausgewählt werden. Auch die 16-jährige Malencia „Cia“ Vale wird nach ihrem Schulabschluss zu den Prüfungen zugelassen. Sind sie und die anderen Teilnehmer zu Beginn alle noch stolz darauf, zur Auslese anzutreten, so wird ihnen spätestens bei den ersten Tests, bei denen einige Kandidaten sterben, klar, dass es sich keinesfalls um leichte Prüfungen handelt.

Meine Einschätzung

Foto: Verlagsgruppe Random House

Für meinen Geschmack ist Die Auslese („The Testing“) zu „einfach-dystopisch“. Was ich damit meine ist, dass mir das Setting zu simpel ist – eine von Atombomben zerstörte Welt, kontaminiertes Wasser, Prüfungen in mehr oder weniger sterilen Räumen. Alles schonmal gelesen. Dass es in Dystopien meist Distrikte, Kolonien oder Fraktionen gibt, in denen die Menschen leben, ist in Ordnung. Aber die Kombination aus dem Leben in der Kolonie, der Pflicht, zur Auslese anzutreten, wenn man ausgewählt wird, und dann die Kämpfe auf freier Fläche, auch gegen andere Testkandidaten, haben mich doch zu sehr an Die Tribute von Panem erinnert (ein Beispiel dafür, dass es auch anders geht: in Divergent müssen die Kandidaten selbst eine Fraktion auswählen, statt dass sie ihnen vorgeschrieben wird).

Es gibt zwar auch Videoüberwachung in Tosu City, der Stadt in der das Ausbildungscamp sich befindet, aber wieso legt man den Fokus nicht mehr auf Ausspähung, Abhörungsskandale oder etwas in die Richtung sondern doch wieder auf Handlungsbögen, wie es sie doch eigentlich schon so oft gibt?

Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass Die Auslese eben für meinen Geschmack Panem zu ähnlich ist, sind dann aber auch noch seltsam mutierte Menschen aufgetaucht. Ich habe das Buch trotzdem fertig gelesen, aber überzeugt haben mich weder Plot noch Handwerk. Mir war es viel zu viel tell statt show: Cia ist viel allein, denkt über etwas nach, interagiert also nicht mit anderen. Selbst als sie mit Tomas, einem anderen Testkandidaten, unterwegs ist, nutzt Joelle Charbonneau nicht die Möglichkeiten, Cia ihre Gedanken im Austausch mit ihm mitzuteilen. Stattdessen denkt Cia erst eine halbe Seite lang über etwas nach, und als Tomas sie fragt, was sie habe, wird passiv erklärt, dass Cia ihm ihre Gedanken mitteilt. Oder bei einem Gespräch mit Freunden steht im Text, dass die Fragen mit der Zeit langweiliger, die Antworten kürzer werden. Wieso zeigt man so etwas nicht über den Dialog?

Ich gebe dem Buch 2,5 von 5 Sternen:  Fans von Die Tribute von Panem wird das Setting sicherlich sehr gut gefallen, ich war nicht überzeugt.

Details der deutschen Ausgabe

Titel: Die Auslese.Nur die Besten überleben
Verlag: Penhaligon
Preis: 16,99 Euro
Seiten: 416 Seiten


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