6 Kriterien für ein erfolgreiches Romanprojekt

„Mir reicht es, Geschichten zu lesen. Aber selbst ein Buch schreiben? Das ist mir viel zu kompliziert, wie schaffst du das nur?“

Solche oder so ähnliche Sätze hört man nicht selten, wenn man mit Freunden oder Bekannten darüber spricht, dass man in seiner Freizeit Bücher schreibt.
Und was sagt man dann? Jaa…natürlich, es ist zeitaufwändig, und auch kompliziert. Naja, aber irgendwie macht’s Spaß, naja, weil… STOP. Warum redet man sich da so raus? Glaubt man selbst nicht daran, dass das, was man tut, es wert ist, getan zu werden? Versteckt man sich vor etwas, oder vielleicht sogar vor sich selbst?

1. Jeder kann schreiben
Zuerst einmal sei gesagt, dass jeder schreiben kann, der schreiben will. Nicht jeder, der etwas verfasst, möchte es später im Buchladen auf dem ersten Tisch sehen. Manche schreiben Weihnachtsgeschichten für die Enkel, andere schreiben Tagebücher, die sie ihren Kindern später schenken möchten und wieder andere schreiben einfach nur für sich selbst. Solange einem etwas im Kopf herumschwirrt, das aufgeschrieben werden will, sollte man es aufschreiben. So einfach ist das.

2. Nicht jeder kann veröffentlichen
Wenn man aber etwas veröffentlichen will, dann gehören nicht nur der Wille, etwas zu schreiben, das Talent zum Schreiben und der sprachliche Ausdruck oder Fantasie dazu.
Natürlich ist Fantasie wichtig beim Schreiben. Nicht jeder hat ausreichend viele Ideen, um ganze Geschichten daraus zu entwickeln, und das ist auch überhaupt nicht schlimm.
Es ist wie bei allen anderen Dingen auch. Es gibt Hochleistungssportler, die bei den olympischen Spielen mitmachen und andere, die fast genau so viel trainieren, es aber niemals zu Olympia schaffen werden. Bei Musikern ist es das Gleiche; zwei Menschen, die mit vier Jahren beginnen, ein Instrument zu erlernen, werden nicht die gleichen Fortschritte machen.
So ist es mit dem Schreiben auch. Zumindest mit den Ideen dazu.

3. Ideenfindung für Geschichten
Ideenanregend ist es, viel zu lesen. Sowohl in dem Genre, in dem man selbst schreibt oder schreiben möchte (um den Markt zu kennen und um sicherzugehen, dass man nicht etwas schreibt, das es schon gibt), aber auch in anderen Genres (um sich nicht ständig in ein und demselben Universum zu befinden). Es bringt einem schließlich nichts, ein 500 Seiten starkes Werk über einen Vampir mit Skrupeln zu verfassen, in der Annahme, das sei eine Innovation, um dann zu merken, dass da schon Edward Cullen auf den Büchertischen liegt.

4. Schreiben ist Arbeit
Während das Talent dazu, sich Geschichten auszudenken, wichtig ist und man den eigenen Ideenreichtum durch Bücher und Filme erweitern kann, kann man das Handwerk des Schreibens erlernen. Und da beginnt die eigentliche Arbeit. Denn genau das ist das Schreiben: Arbeit.
Ein Buch zu verfassen ist nicht immer Zuckerschlecken. Die Handlung will durchdacht sein und das erfordert eine eingehende Beschäftigung damit, wie man ein Buch schreibt.
Fragen dazu, wie man sich am besten ausdrückt, wie der Spannungsbogen aussieht, was an den Wendepunkten passiert und wo sie überhaupt liegen, lassen sich mit Hilfe von Schreibtrainern, Seminaren, Büchern über das Schreiben oder durch Artikel auf Blogs beantworten (z.B. Structuring Your Novel, Go Teen Writers, Helping Writers Become Authors).
Es liegt also bei einem selbst, was man aus der Idee, eine Geschichte zu schreiben, macht. Und auch, wie professionell man an das Thema herangeht.
Vor allem für Schriftsteller, die noch kein Buch veröffentlicht haben, ist es nicht leicht, neben Schule, Uni oder Beruf „einfach mal so“ Zeit einzusparen, um ein Romanprojekt voran zu bringen. Aber wer sein Buch wirklich schreiben will, der schafft das auch. Denn derjenige ist überzeugt davon, dass die Geschichte es wert ist, geschrieben und von anderen Menschen gelesen zu werden. Und derjenige nimmt es in Kauf, noch vor der Arbeit zu schreiben (und wenn es um 6:30 Uhr ist!), oder abends noch Korrektur zu lesen (und wenn es schon nach zwölf ist!).
Das kann man nicht ein Leben lang so aufrecht erhalten, weil soziale Kontakte einem absterben, wenn man nur zwischen dem Schreibtisch zu Hause und dem Berufsleben hin und her rennt. Aber es gibt Phasen im Leben, in denen man an etwas glaubt, und es deswegen schafft, sich zu motivieren. Es liegt in der eigenen Verantwortung, sich darauf zu konzentrieren, den eigenen Roman auf Vordermann zu bringen. Sehr passend finde ich dazu Kate Forsyths Antwort auf folgende Frage:

I love writing fiction, but I’m really struggling to fix on a story. I just keep writing more and more starts, more pieces about characters, which I enjoy – but I can’t back them up. I can’t follow through. What should I do?

Kates Antwort:

You know in your heart exactly what you need to do. You don’t need me to tell you. You’re just hoping I’ll tell you some secret way to make it easy. But there is no secret simple way.
You need to focus. You need to have discipline. You have to rein in your wild and beautiful imagination and learn to tame it. You need to have faith in yourself and your story, and not allow fear to shake you.

5. Das Ziel nicht aus den Augen verlieren
Und das ist das Wichtigste, das ich mit diesem Beitrag verdeutlichen möchte: Jeder, der schreibt, weiß, wie es geht, wohin die Reise ihn führen soll. Irgendein Ziel hat sich jeder gesteckt, sei es die große Autorenkarriere, die Anerkennung in der Familie oder ein Bücherschrank voll mit selbstgeschriebenen Geschichten, die man zu Hause gedruckt hat. Es liegt bei jedem selbst, dieses Ziel zu erreichen, denn der Weg ist immer der eigene. Der ist an manchen Tagen vielleicht steiniger als an anderen, aber motivieren muss man sich selbst, um das Ziel zu erreichen. Dann schafft man es auch, sein Projekt voranzubringen. In diesem Sinne:

Foto: Pinterest

6. Und für alle, die noch einen Motivationsschub brauchen:

Rescue time: Wie lange willst du dich konzentrieren? Gebe es in das Feld ein, und der Browser blockt für diese Zeit „distracting websites“. Oder wünschst du dir eine Erinnerung, dass du eigentlich schreiben wolltest? Kannst du alles machen mit Rescue time!

750 words: Hier bekommst du Punkte für’s Schreiben. Geschrieben wird jeden Tag, online (keine Angst, privat, nicht öffentlich!), und über monatliche Score Cards bekommst du, je nachdem, wie viele Worte du geschrieben hast, Punkte verliehen. Einen Punkt, wenn du überhaupt etwas geschrieben hast, zwei Punkte bei einem Text von mindestens 750 Wörtern. Schreibst du an aufeinanderfolgenden Tagen, erhöht sich die Punktezahl. Wie viele Punkte andere Schriftsteller haben, kannst du an einem Ranking sehen. So kannst du dich spielerisch motivieren, zu schreiben.

written? Kitten!. Wie viele Wörter sind dein Ziel? 100, 200, 500 oder 1000? Gib es ein, schreibe deinen Text in dem Textfeld, und bei Erreichen deines Wortziels erscheint das Bild einer Katze neben dem Fenster. Lustige Idee!

UPDATE am 11. Dezember: K.M. Weiland hat einen Beitrag von Bryan Cohen auf ihrem Blog dazu veröffentlicht, wie man sich nicht ablenken lässt, sondern auf den Schreibprozess fokussiert: How to Think Away Writing Distractions


2 Gedanken zu “6 Kriterien für ein erfolgreiches Romanprojekt

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