Über die Liebe schreiben: 4 Dinge, die ich mir für YA wünsche

Heldin trifft Jungen. Der ist ihrer eigenen Meinung nach eigentlich viel zu attraktiv für sie, aber zu ihrer größten Verwunderung zeigt der heiße Fremde Interesse. Die Heldin erkennt, dass der Junge die Liebe ihres Lebens ist, und nach einigen Unwägbarkeiten ist alles in trockenen Tüchern. Außer, ein zweiter heißer Fremder taucht auf, vorzugsweise der Bruder oder beste Freund des ersten heißen Fremden, wahlweise aber auch Kindheitsfreund der Heldin, und es entsteht ein Love Triangle, in dem sich die Heldin zwischen zwei wahnsinnig gutaussehenden Kerlen entscheiden muss, was ihr unheimlich schwerfällt, weil sie irgendwie ja alle beide liebt. Und die zwei heißen Fremden warten geduldig, bis die Heldin sich ent- oder auch mehrmals umentscheidet.

Unzertrennlich
Unzertrennlich. Foto: Alexa Coletta

Die romantischen Verstrickungen unserer Helden machen eine gute Story oft erst zu einer wirklich guten Story. Aber besonders in YA habe ich dieses Jahr eine Menge Bücher gelesen, in denen die romantische Seite der Geschichte mich wahnsinnig gelangweilt hat. Junge trifft Mädchen kann man eben nur auf soundsoviele Arten erzählen? Stimmt nicht! Hier 4 Dinge, die ich mir für YA wünsche:

  1. Love Triangles habe ich satt. Ich mag die Idee einer Dreiecksgeschichte, die alles verkompliziert, aber sie wurde in den letzten Jahren inflationär ausgebreitet. Will ich vielleicht 2015 wieder lesen.
  2. Liebesgeschichten müssen nicht immer romantisch sein. Schräg ist manchmal spannender. Ein Nicht-YA-Beispiel wäre Léon und Lousie von Alex Capus (eins unserer Bücher des Jahres: französisch, etwas seltsam, einfach gut), und ein YA-Beispiel Miss Peregrine’s Home For Peculiar Children von Ransom Riggs (ebenfalls eins unserer Bücher des Jahres: klassische Abenteuergeschichte und doch irgendwie ganz anders) – ist die Sache zwischen Jacob und Emma nicht ein kleines bisschen seltsam? Ich meine, der Altersunterschied? Und das mit dem Großvater? Herrlich.
  3. Es ist nicht immer eine andere Person, die das Liebesglück bedroht. Das wissen wir aus dem Leben: Beziehungen scheitern aus allen möglichen Gründen, und oft hat es nichts mit einer mysteriösen Fremden, die den Geliebten wegschnappt, zu tun. Der Alltag kommt dazwischen, wir ruinieren die Beziehung durch unser eigenes Handeln, oder irgendwie geht einfach alles schief. Finde ich toll an der Divergent-Reihe von Veronica Roth: Die Bezeihung zwischen Tris und Four wird immer wieder durch ihr eigenes Handeln in Frage gestellt, doch sie arbeiten daran und entscheiden sich immer wieder füreinander. Gerne mehr davon!
  4. Es darf auch mal kein Happy End sein. Um keine Spoiler zu verbreiten, will ich meine Lieblingsbücher über die Liebe mit traurigem Ende nicht auflisten, aber ein gutes Beispiel ist Forever, Interrupted von Taylor Jenkins Reid (ihr habt es mittlerweile wahrscheinlich raus: ebenfalls eins unserer Bücher des Jahres). Dass Ben nicht überlebt, weiß man schon, wenn man den Klappentext gelesen hat. Dass die Geschichte von Anfang an so traurig ist, macht sie spannender.

Dass es nicht immer – eigentlich fast nie – einfach ist, aus einer Romanze etwas wirklich Besonderes zu machen, weiß ich aus eigener Schreiberfahrung. Was sind eure Wünsche, Ideen und Tricks?

P.S.: Wer noch Tipps sucht, wie man romantische Szenen im Detail gestalten kann, findet hier „Top 10 Tips on How to Write Romance“.

 

Alena


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