8 Wege, auf neue Romanideen zu kommen

Geschichten fallen nicht vom Himmel. Vielmehr werden sie in Köpfen geboren und wachsen dort, bis sie schließlich zu Papier (oder auf den Bildschirm) gebracht werden. Aber auch Köpfe brauchen Inspiration, aus denen man den Stoff für Ideen schöpfen kann. Nur woher?

1. Bücher lesen
Das erste „Patentrezept“ für den Erfolg eines Schriftstellers ist: lesen, lesen, lesen. Zuerst einmal in dem Genre, in dem man selbst schreibt, aber auch in Genres, die auf den ersten Blick abwegig erscheinen. Sonst kommt man erstens nicht auf Ideen, die über den Tellerrand hinaus gehen, und außerdem kann es passieren, dass man (wenn auch unbeabsichtigt) Elemente anderer Geschichten kopiert, oder aber selbst zunehmend unsicher wird, ob die Idee eine eigene oder eine fremde ist.

2. Lebensgeschichten
Unendlich viele Lebensgeschichten lernt man in Talkshows kennen, sei es im Fernsehen (zum Beispiel 3nach9, Barbara und Hubertus, Tietjen und Hirschhausen) oder im Radio (zum Beispiel Bärbel Schäfer live). Aber auch in den Feuilletons der Zeitungen (vor allem in den Wochenzeitungen, zum Beispiel in der FAS oder der Zeit) finden sich immer wieder spannende Lebensgeschichten, die inspirieren und auf Ideen bringen. Uns es lohnt sich auch, im Alltag genau hinzuhören. Es kann das Erlebnis eines guten Freundes oder auch der Dame an der Supermarktkasse sein. Jeder hat etwas zu erzählen!

3. Aktuelle Ereignisse
Alles, was gerade so auf der Welt passiert, lässt sich für Geschichten verwenden. Nachrichten jeder Art (Zeitungen, Radio, Fernsehen) bieten unendlich viel Stoff. Suzanne Collins, Autorin der Panem-Trilogie, hatte die Idee zur ihrer Geschichte, als sie zwischen einer Reality-Show und einem Beitrag zur Kriegsberichterstattung im Fernsehen hin- und herschaltete: “I was tired, and the lines began to blur in this very unsettling way.”

4. Anzeigen und Werbung
Dem Roman Forever, Interrupted von Taylor Jenkins Reid ist eine Anzeige vorangestellt, die die Autorin gelesen hat. Die wenigen Zeilen sagen so viel über die Lebensgeschichte eines Mannes aus, dass sie Taylor Jenkins Reid wie eine Einleitung für ihren Roman genutzt hat, um von der Idee der kurzen, intensiven Liebe zu erzählen. Und auch die Werbung liefert uns Geschichten: Wem ist es denn nicht schon einmal passiert, dass er sich dachte, ein Werbespot erhält eine schöne Geschichte? Zum Beispiel diese beiden Spots (das Original von Mercedes und das Remake derTelekom):

Mercedes:

Mercedes Benz Ohrfeige: Ein Werbeklassiker (youtube.com)

Telekom:

Ohrfeige Telekom dreht Hommage an berühmten Werbeklassiker (youtube.com)

Cool, oder? Die Szenerie suggeriert, der Mann habe eine Affäre und lügt seine Freundin/Frau an. Aber wer sagt, dass das wirklich so ist? Er könnte doch zum Beispiel auch…

  • gerade das Traumhaus für die beiden gekauft haben, was eine Überraschung sein sollte.
  • eine zweite Familie haben, um die er sich kümmern musste.
  • seine Hochzeit mit der Freundin vorbereitet haben.
  • Deals mit der Mafia gemacht haben.
  • eine Bank ausgeraubt haben.
  • in Wirklichkeit Superman sein, der zuerst noch eine Stadt retten und dann sein Kostüm verstecken musste.
  • ein Vampir sein, der noch schnell Abendessen gesucht hat.
  • ein Werwolf sein, den die Verwandlung eingeholt hat.

5. Auch mal nichts schreiben
„Kreative Pause“ ist so ein Ausdruck. Pause, und dann kreativ sein? Aber genau darum geht’s. Man kann nicht 24/7 schreiben und dann erwarten, dass ein nobelpreisverdächtiges Werk dabei herauskommt. Man braucht dann und wann Abstand von den eigenen Ideen, der eigenen Handlung. Sonst läuft man Gefahr, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen, die logischsten Handlungsstränge als kompliziertes Gebilde zu entwerfen und mehr Verwirrung statt Ordnung ins Manuskript zu bringen. Hier ist ein Beitrag dazu von Veronica Roth, Autorin der Divergent-Trilogie.

6. Lieder
Alle Lieder sind Geschichten, meistens über die Liebe, aber immer über etwas, das Menschen beschäftigt. Ab und zu einmal genau hinhören lohnt sich also!

7. Museen, Oper, Theater
Kulturelle Anregungen kommen  aus anderen kulturellen Kreisen, Zeiten und der Kunst. Gemälde erzählen oft mehr Geschichten als es ganze Bücher tun, und wir können uns von ihrer Kraft mitnehmen lassen. Auch in der Oper oder im Theater sind dramaturgische Gesichtspunkte so genau ausgearbeitet, dass wir davon erstens etwas über steigende Handlung, Höhepunkt, sinkende Handlung und die maximale Fallhöhe lernen können, und zweitens auch Ideen für Konfliktkonstruktionen zwischen Figuren bekommen.
Hier ein paar Bilder, zu denen mir hunderte Geschichten einfallen:

Hippolyte Flandrin: Jüngling, am Meeresufer sitzend, Studie. Foto: Musee d’Orsay
Salvador Dalí: Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Erwachen. Foto: Städel Museum
„Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“. Ausstellungsplakat. Foto: Städel Museum

8. Fernsehen und Kino
Hier holt man sich eher keine Inspirationen für die Geschichte, sondern vielmehr geht es darum, durch Kino und Fernsehen Bilder zu finden: Ein Film erzählt nicht die Gedanken eines Charakters, aber er zeigt uns, wie der Charakter handelt. Deshalb sind Filme die ideale Möglichkeit, um sich zu überlegen, wie Bilder im Roman geschaffen werden können, wenn sie eine Szene malerisch unterstützen sollen.

Und wie kommt ihr auf Ideen für Geschichten? Diskutiert mit, ich freue mich auf eure Kommentare!

alexa


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