4 Ebenen, Spannung im Roman zu erzeugen

Im Moment arbeite ich an den letzten Kapiteln des aktuellen Manuskripts. Ohne zu viel verraten zu wollen – aber vielleicht, um Erwartungen zu wecken 😉 – kann ich sagen, der Showdown hat’s in sich! Als ich vor Kurzem außer Atem und völlig erschöpft aus der Szene „auftauchte“ und feststellte, dass 3 Stunden vergangen waren, ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass eine Szene, die schon so spannend zu schreiben ist, die Leser doch geradezu umwerfen müsse.

Foto: Pinterest

Weit gefehlt – denn das ist natürlich Unsinn. Haben wir uns nicht alle bereits beim Lesen von Schlachten-, Kampf- und sonstigen vermeintlich wahnsinnig spannenden Szenen tödlich gelangweilt, während Gespräche zwischen Figuren uns vor Spannung haben zappeln lassen?

Woran liegt das?

1. Emotionale Spannung erzeugen
Unter „spannend“ verstehen viele, dass eine Szene actionreich sein soll. Aber wenn der Leser keine emotionale Bindung zur Figur hat, dann interessiert ihn ein Gemetzel, und sei es noch so groß, auch nicht. Wird er aber während der Geschichte in die Gedanken, ins tiefste Innere des Charakters eingeführt, dann interessiert er sich auch für dessen Lebensgeschichte.

2. Visuelle Spannung erzeugen
„Show, don’t tell“ kennen sicher fast alle unter euch, aber es ist einfach so wichtig: Zeigt was eure Charaktere tun, und beschreibt es nicht nur. Manchmal hilft es, sich zu überlegen, wie die Szene auf einem Bildschirm aussehen, wie die Kamera hineinzoomen würde. Beschreibt, was ihr vor eurem inneren Auge seht!

3. Spannung durch Auslassung erzeugen
Wenn Leser überhaupt nicht hinter die Geschichte steigen, legen sie das Buch in der Regel weg. Sie wollen nicht hingehalten werden und nichts verstehen. Sie wollen Informationen, sie wollen mitdenken und mitfiebern. Aber sie wollen auch nicht für dumm verkauft werden. Zu viele Informationen geben das Gefühl, der Schriftsteller traut dem Leser nicht zu, die Einzelheiten in einem Bild zusammenzufügen. Geheimnisse wollen häppchenweise serviert werden!

4. Physische Spannung erzeugen
Und dann gibt es natürlich trotzdem noch die Szenen, in denen der Held dem bösen Widersacher auf die Nase haut, in denen Blut spritzt, in denen jemand um sein Leben rennt. Hier sollte man immer bedenken, dass sich diese Art Szene nur dann zum Spannungsaufbau eignet, wenn es zum Genre passt. Im Alltag hauen wir uns nämlich normalerweise nicht allzu oft gegenseitig auf die Nase. Wenn Figuren das tun, wirkt es deshalb schnell künstlich. In Krimis oder Fantasy darf es dagegen auch mal etwas ruppiger zugehen. Hier gilt, dass zuerst ein wenig Vorarbeit geleistet werden sollte (siehe Punkte 1 bis 3). Wieso sollte mich als Leserin es kümmern, wenn der Held quer durch New York City gejagt wird? Das tut es nur, wenn mir die Figur nicht gleichgültig ist.

Spannung wird nicht nur über eine spannende Wendung erzeugt, sondern auch darüber, wie wir sie vermitteln – und ob wir den Leser am Haken haben, denn sonst geht er gar nicht erst mit.

 

alexa


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