Schreibe, was dir gefällt!

Kurz nachdem ich Über Träume und (passend dazu) Jared Leto geschrieben habe, bin ich über Daniel Hopes Artikel Write What You Like: Why “Write What You Know” Is Bad Advice gestolpert. Dann habe ich überlegt, Hopes Kernaussage, nämlich das zu schreiben, was man gern schreibt, mit in meinen Träume-Beitrag aufzunehmen. Aber irgendwie passte das Ganze dann doch nicht so recht zusammen, wurde verwirrend uns so weiter (ihr kennt das vielleicht, wenn man zu viel auf einmal sagen will, dann klappt’s erst recht nicht so, wie man es sich vorgestellt hat). Und so habe ich mich entschieden, einfach zwei Artikel zu schreiben. Und so ist dieser neue Beitrag entstanden.

Es geht also darum, das zu schreiben, was man gerne schreibt (lässt sich übrigens auf alle Lebensbereiche übertragen). Was habe ich schon davon über ein Thema oder in einem Genre zu schreiben, das mich überhaupt nicht interessiert, oder zu dem ich keinen Bezug habe – einfach nur, weil dieses Thema gerade „in“ ist, die Bestsellerlisten bevölkert und vom Publikum geliebt wird? Ich behaupte: Davon habe ich nichts. Vor allem aber würde das Spektrum an Werken sich dann nicht erweitern, sondern stagnieren. Denn dann käme niemand auf neue Ideen und niemand würde seine Ideen (und vielleicht auch Spinnereien) mutig aufschreiben (Und schwups – da kommt mir eine neue Idee für einen Blogbeitrag; den gibts dann nächste Woche!).

Und genau deshalb hat mich Daniel Hopes Artikel sofort angesprochen. Denn auch er sagt, dass man sich nicht beeinflussen lassen sollte von dem, was andere tun oder von dem, was gerade vermeintlich hip ist. Es geht darum, dass man selbst damit glücklich ist. Er schreibt:

This is the true cardinal rule of writing. It doesn’t matter what’s popular in the bookstore. It doesn’t matter what your professor told you was acceptable. It doesn’t matter what any number of other writers and readers think you should write about. Write about things you find interesting. If that means you like interdimensional space slugs that eat algae fondue, don’t worry about never having met an extraterrestrial, or the fact that you clearly prefer chocolate to algae. Focusing on what interests you will make your writing better. No matter what you write, there will be someone out there who enjoys the same things.
(Quelle: litreactor.com)

Bei diesem Absatz habe ich mich sofort an ein Zitat aus dem wunderbaren Roman tschick von Wolfgang Herrndorf erinnert. Zum ersten Mal habe ich es gehört, als ich das Theaterstück in der Inszenierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar (unglaublich toll!) gesehen habe. Und der Satz hat sich irgendwie in meinen Kopf eingebrannt. Eine Woche nach meinem Theaterbesuch habe ich das Buch dann verschlungen, und mich die ganze Zeit über, während des Lesens, auf diesen einen Satz gefreut. Denn ganz am Ende, da fragt Maiks Mutter:

tschick

Mögen wir das, was wir schreiben, oder schreiben wir es, weil es gerade gelesen wird?
Ich mag Vampire. Ich schreibe über sie, auch wenn manch einer vielleicht sagt, die Stephenie Meyer-Vampirwelle ist schon an mir vorbei geschwappt (es gibt ja ohnehin auch noch andere Arten von Vampirgeschichten). Na und? Soll sie doch. Vielleicht kommt eine neue Welle. Vielleicht kommt auch keine. Dann schwimme ich eben im seichten Wasser. Ich brauche nicht die perfekte Welle, um glücklich zu sein. Um glücklich zu sein muss ich das schreiben, was mir Spaß macht. Was ich mag.

Und ich finde, wir sollten uns das öfter bei den Dingen, die wir so tun, fragen. Sind wir eigentlich glücklich damit?

alexa


2 Gedanken zu “Schreibe, was dir gefällt!

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