Kleider machen Leute, aber keine Kreativen

Kreativität und sie betreffende Vorurteile sind ein Steckenpferd von mir, das ist dem einen oder anderen vielleicht schon aufgefallen.

(Un)kreativ? Foto: Pinterest

Kürzlich kreuzte ein neues Vorurteil meinen Weg, und zwar musste ich erfahren, dass Menschen – ich spezifiziere: Frauen – die Blusen tragen, ungeeignet sind, Tätigkeiten in kreativen Umfeldern zu ergreifen. Soll heißen: Wenn eine Frau Blusen trägt, bedeutet das, dass sie konservativ ist. Folgerichtig ist sie für jegliche Jobs, die in kreativen Bereichen angesiedelt sind, die Falsche.

So weit, so vorurteilsbeladen. Ich habe eine ganze Armada Blusen im Schrank (und ein Blusen-lastiges Pinterest-Board), trage sie voller Stolz und Freude und hoffe, dass ich deshalb nicht sofort den Eindruck erwecke, der langweiligste Mensch der Republik zu sein. Wieso sollte die Verpackung einer Frau (und eines Mannes ebenso) etwas darüber aussagen, wie sie denkt?

Lasst uns kreativ sein und dabei tragen, was wir wollen!

Alena

 

 


6 Gedanken zu “Kleider machen Leute, aber keine Kreativen

  1. Das ist schon wieder so typisch Gender-Vorurteile. Ich hasse es, dass unsere Gesellschaft uns immer noch vermitteln möchte, dass unser Äußeres und vor allem unsere Kleidung etwas über unsere Eigenschaften und Fähigkeiten aussagt. Wir sperren uns durch solche Vorurteile immer wieder in einen Käfig, in dem wir sowohl Gefangene als auch Wärter sind.
    Danke für diesen Beitrag, der mal wieder beweist, dass das alles Quatsch ist und es Zeit wird, dass wir uns von diesen Vorstellungen verabschieden! 🙂

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  2. Ein nettes Beispiel dafür, dass die Verpackung nicht direkt den Inhalt verrät. Dass Blusen einen unkreativ wirken lassen war mir bis jetzt noch gar nicht bekannt, ist doch schwachsinnig. Aber zum Thema Vorurteile kann ich auch was erzählen, da bin ich abends mit dem Zug von einer Freundin nach Hause gefahren. Es war Winter und ich trug meinen schwarzen Wintermantel, eine schwarze Mütze, schwarze Schuhe und glaube eine schwarze Hose (oder zumindest eine dunkle Jeans). Jedenfalls stieg ich in den Zug ein und hörte direkt aus dem Vierer an der Tür, zu der ich hinein kam, wie ein Junge (schätzungsweise 15 Jahre alt) zu seinen Kumpels sagte: „Hey, guckt mal ein Emo!“ Da hab ich mich erst mal leicht irritiert rumgedreht und gemerkt, dass die in der Tat mich meinten. Schon komisch wie schnell man doch abgestempelt wird. Im Zug setzt sich auch sehr sehr selten jemand zu mir, keine Ahnung ob das an meinem Kleidungsstil liegt, hab bis jetzt nicht heraus gefunden woran es liegt, jedanfalls ist es so. Aber wenn ich mir mal so die Gesellschaft angucke und bedenke wie oberflächlich einige davon sind, dann könnte das sogar der Wahrheit entsprechen. Andererseits seh ich mit meinen schmächtigen Ärmchen natürlich auch äußerst bedrohlich aus… Na ja ich komme vom Thema ab. Vorurteile sind einfach total dämlich, wenn ich das mal so sagen darf. Man kann jemanden doch nicht danach beurteilen wie er aussieht, nur weil er anders aussieht als alle anderen. Vielleicht ist er im endeffekt der normale und alle anderen die komischen. Aber wer kann schon behaupten was „normal“ und was „unnormal“ ist? Wichtig ist doch nur, dass man sich selbst gefällt und es ist doch eigentlich egal, was der Rest der Welt so denkt.
    Wie ich merke hab ich mal wieder keine Absätze gemacht, ob das daran liegt, dass ich müde bin oder wirklich nur zu faul meine Entertaste zu betätigen… Jedanfall entschuldige ich mich hier bei allen, die sich daran stören: Es tut mir leid. 😉

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    1. Ich störe mich nicht am Nichtvorhandensein der Absätze, und wenn es das ist, wie du schreiben willst, so what? Ich habe diesen Werbespot vorgestern gesehen (Not Sorry | #ShineStrong Pantene), und musste bei deinem Kommentar direkt daran denken. Er lässt sich, wie ich finde, prima über das ganze Thema des Blogposts spannen. Denn wer wir sind, wie wir sind, wie wir uns kleiden, schreiben oder was wir lesen: So sind wir. Wenn das für uns in Ordnung ist, dann ist es perfekt. Natürlich gilt das so lange, wie wir niemand Anderen in seiner Persönlichkeit verletzen, aber das ist ja selbstverständlich. Ansonsten: Wir sollten alle (vielleicht sogar ein bisschen mehr?) so sein, wie wir sein wollen und uns nicht dafür entschuldigen müssen, dass wir Blusen tragen oder schwarze Mäntel.

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      1. Kannte die Werbung noch gar nicht, aber muss sagen die ist echt gut. Zwar gehöre ich wohl zu den Leuten die sich viel zu oft entschuldigen, aber niemals würde ich mich dafür entschuldigen wie ich bin, denn so bin ich nun mal. Wer damit nicht klar kommt, pech gehabt, zumindest sollte man das alles doch so sehen. Für mein Verhalten entschuldige ich mich zwar auch schon was öfter, aber auch nur, weil ich nicht will das andere denken ich wöllte sie belästigen und wenn ich mir dann wieder besonders aufdringlich vorkomme, dann entschuldige ich mich auch… Wenn ich so drüber nachdenke ist das total schwachsinnig, wenn man sich an mir stört, kann mans mir doch sagen. Sollte ich mich vielleicht mal selbst noch öfter dran erinnern, schließlich bin ich mit mir zufrieden 😀

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  3. Nun, ich bin aus beruflichen Gründen Trägerin von halbwegs seriöser Kleidung unter dem weißen Kittel. Abgesehen davon gibt es auch unseriöse Blusen, wie die eine Ex-Kollegin mit ihrem Einkauf bei Beate Uhse bewies…
    Und wiederum abgesehen davon: Kreativität und ein konservatives Weltbild schließen sich nicht aus. Michael Bay und Konsorten hätten nichts zu tun, wenn es anders wäre.

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