Edward, Damon, Sam Winchester – in love with a fictional character?!

i’m in love with a fictional character. Foto: Pinterest

Auf Cassandra Clares Blog kam vor Kurzem die Frage auf, ob unsere Liebe zu fiktionalen Charakteren unsere Ansprüche an echte Partner IRL (wir haben gelernt – das heißt in real life) steigern.

Wenn wir ehrlich sind, waren wir alle schon mal ein bisschen in eine Figur verliebt. Aber wo wird es kritisch?

Starke Beziehungsgefühle zu Stars werden als Parasoziale Interaktionen bezeichnet: Sie beschreiben das einseitige Gefühl eines Fans, einen Star zu kennen. Einseitig deshalb, weil der Fan für den Star ein Unbekannter ist, der Fan durch Tweets, Fotos und Blogeinträge aber ziemlich genau weiß, was der Star den ganzen Tag so macht.

Solche Parasozialen Interaktionen können auch zu fiktionalen Figuren entstehen, sodass Fans (im Extremfall) der Meinung sind, eine innige Freundschaft oder Liebesbeziehung mit einer Figur zu führen (das wird dann auch als „fictiophilia“ bezeichnet). Dass das – ähnlich wie Filme aus Hollywood uns vormachen, alle Menschen seien groß, schlank, haben perfekte Haut und Haare – die Ansprüche an reale Personen ins schier Unmögliche zu katapultieren droht, zeigt ein Ausschnitt aus Becca Coopers Post über ihre Liebe zu Gale aus den Hunger Games:

„I’m beginning to think real-life boys will never be able to compete with the likes of Gale, Edward, Jacob, and Mr. Darcy […].“
(Quelle: Teens Writing For Teens)

Parasoziale Interaktionseffekte sind keine neue Erscheinung, vielmehr werden sie bereits seit den 90er Jahren erforscht. Schwierig werden Parasoziale Beziehungen vor allem dann, wenn Teenager in fiktionalen Charakteren richtige Freunde sehen, vom Ende einer Buchreihe oder TV-Serie schwer getroffen sind oder, wie dieser Extremfall zeigt, einen Mord begehen, um ihren fiktionalen Freund zu beeindrucken.

alexa

 

 

 


4 Gedanken zu “Edward, Damon, Sam Winchester – in love with a fictional character?!

  1. Ich hatte früher in meinem Bekanntenkreis ein Mädchen (wir waren damals noch halbe Kinder), bei der das teilweise ins Extreme ging. Von Fanfictions, in denen sie die Real-Life-Freundin des Stars ermorden muss, weil es sich bei dieser um eine böse Hexe handelt *g* (okay, sie war 12, da kann man das nachsehen) bis hin zu Heulexzessen, als die Band sich getrennt hat, war alles dabei.
    Die Umgebung ist von extrem gelebten Verliebtheiten in fiktive Figuren genervt, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Besonders wenn man wie ich nicht besonders romantisch veranlagt ist und so eine Schwärmere gar nicht nachfühlen kann. Ich hatte ja nicht mal im echten Leben jemals wirklich das, was man in Teeniemagazinen als Schwarm bezeichnet, wieso sollte ich mir einen solchen in einem Buch oder auf der Bühne suchen? 🙂
    Fan sein und verliebt in einen Star oder eine erfundene Figur… das sind zwei unterschiedliche Dinge, können aber bei romantisch veranlagten Menschen schnell ineinander umschlagen und dann die schrägsten Blüten treiben.
    Ein Thriller, in dem das Thema am Rande (aber echt nur am Rande) ebenfalls vorkommt, ist z.B. „Stimmen der Angst“ von Dean Koontz, wo eine solche Verliebtheit in eine fiktive Figur zu einer regelrechten Psychose führt.

    Auf jeden Fall ein spannendes Thema!

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