Ideen, die vom Himmel fallen. Und Reisen.

Quelle: Writers Write Creative Blog

Vor Kurzem habe ich dieses schöne Zitat aufgetrieben. Es gefällt mir, weil ich einerseits zustimme – und andererseits überhaupt nicht. Ja, Schreiben braucht Routine. (Meistens jedenfalls.) Aber nein, Ideen fallen nicht vom Himmel – jedenfalls habe ich noch nie eine gesehen, die das tat.

Ich glaube, dass ein strukturierter Arbeitsprozess es erleichtert, neue Ideen zu entwickeln. Erstens, da man sich nicht mit dem Organisieren aufhält und damit den Kopf freier hat, um auf Ideen zu kommen. Und zweitens, weil sie sich direkt mit verarbeiten lassen. Trotzdem muss man neue Ideen erst mal entwickeln.

Reisen
Foto: A. & A. Coletta

 

Ein Weg ist, auch mal nicht zu arbeiten und sich anderswo inspirieren zu lassen. Oder zu Veranstaltungen zu gehen, die mit Büchern zu tun haben. Meine Lieblingsart des Nicht-Arbeitens ist Reisen. (Was offensichtlich ist: hier, hier und hier.) Man macht sich einen Plan – oder lässt es spontan auch mal bleiben – und zieht los, um Abenteuer zu erleben. (Wie man im Bild sieht, mag ich Pläne.) Am besten, man hat ein Notizbuch und eine Kamera (Handy tut’s auch) dabei, und schon kann es losgehen mit der Sammelwut.

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Foto: A. & A. Coletta

Wenn ich reise, sammle ich Locations, dich ich später an passender Stelle nutze, um Atmospähre aufzubauen in den Szenen, die ich schreibe. Denn ein guter Dialog lebt auch davon, dass man ihn am richtigen Ort stattfinden lässt und eine Verfolgungsjagd ist nur halb so spannend, wenn die Umgebung, in der sie stattfindet, nicht stimmt.

Locations können aber auch Schlüssel für eine Szene sein. Lädt dieses Bild aus dem Natural History Museum in London nicht dazu ein, sich eine Geschichte auszudenken? Gruselgeschichte, Fantasy, Wissenschafts-Thriller?

Ich glaube nicht, dass es das regelmäßige und strukturierte Arbeiten ist, das uns die himmlischen Ideen beschert. Ich glaube, die müssen wir immer noch da draußen suchen wie kostbare Perlen. Ob es uns danach gelingt, etwas daraus zu machen – da kann die richtige Arbeitsmoral den entscheidenden Unterschied machen.

 


5 Gedanken zu “Ideen, die vom Himmel fallen. Und Reisen.

  1. Tjaha. Wenn man über Orte schreiben will ist das bestimmt hilfreich.

    Aber wie fange ich eine Stimmung ein, wenn ich nicht in der Situation die Twitter habe direkt zu schreiben?
    Was kann ich tun um mein „zurückerinnern“ nicht wie das aussehen zu lassen, was es nun mal ist… eine Kopie von etwas, was ich gefühlt habe.

    Wenn ich schreibe, geht es meist wenig um Orte oder Personen. Und ihr Stelle ich fest, dass ich eine Geschichte schwer wieder aufnehmen kann, weil das Gefühl, die Stimmung fehlt.

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    1. Ich nutze die Orte nicht, um über sie zu schreiben, sondern sehr oft als Trick, um Stimmung zu manipulieren. Beispiel: Wenn zwei Figuren miteinander reden (oder auch, wenn eine Figur einen inneren Monolog durchlebt) und ich lasse das im Schlafzimmer geschehen, wird die Stimmungslage des gesamten Dialogs/Monologs schnell vertraut, ruhig, intim. Wenn dasselbe in einer überfüllten Bar passiert, wo vielleicht noch eine Kneipenschlägerei ausbricht, bekommt der Dialog/Monolog sofort eine ganz andere Dynamik. Es geht – jedenfalls mir – nicht darum, einen realen Ort zu reproduzieren, denn das wäre, wie du schreibst, nur eine eine Kopie von etwas. Der Ort dient mir als Vorlage, und dann wird er passend gemacht.

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  2. Bei mir gibt es drei Dinge, die mich beim Schreiben immer inspirieren:
    1. Ein andere gute Geschichte gelesen, gesehen, gespielt zu haben oder noch schlimmer den Text eines anderen Autors über das Schreiben selbst gelesen zu haben. So komme ich auf Ideen und mich packt die Schreibwut.
    2. Meinen kleinen Wuffl an die Leine zu nehmen und einfach ziellos herumzumaschieren und meine Gedanken zu sortieren. Vielleicht stöpsel ich mir noch gute Musik in die Ohren. Dann kommen die Gedanken und das Sortieren von ganz allein. Das Problem ist halt, dass man dann nie etwas zum Schreiben mit hat ^^
    Und 3. Mich hinsetzen und meinen Bildschirm oder Block anstarren und die Finger auf die Tasten/um den Stift zu legen. Und manchmal reicht schon das, um meine Gedanken freizusetzen und die Sätze sprudeln einfach so aus mir heraus. Das ist aber, wie ich gestehen muss, nicht die häufigste Variante 😀

    Zu Plänen kann ich nur sagen: Sie erleichtern das Schreiben ungemein, doch zuerst braucht man trotzdem noch eine Idee, sonst wird das mit dem Plan auch nichts. Und wenn ich mich beim Schreiben an meine eigenen Pläne halten würde, würde das bestimmt auch helfen 😀

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  3. Variante 3 kenne ich besonders gut – wenn man lange genug dasitzt und nicht schreibt, wird es meistens so langweilig, dass man doch loslegt – egal, wie lustlos man vorher war!

    Und zum Thema Spaziergang mit dem Hund, aber nichts zum Schreiben dabei haben: Die Diktierfunktion im Handy hat mich da schon oft gerettet. Zu Hause muss man dann zwar alles nochmal abtippen, aber immerhin ist keine Idee „verloren gegangen“ 🙂

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