Romane sind Suchtmittel. Frauen nicht.

Ich habe mich nie besonders für feministische Themen und Texte interessiert. Ja, ich habe Roxane Gays Bad Feminist gelesen, und Lena Dunhams Not That Kind of Girl steht ziemlich weit oben auf meiner Liste zu lesender Bücher. Aber sonst? Nicht so wirklich mein Thema.

Vielleicht sollte es das aber sein. Denn feministische Literatur macht aufmerksam für Dinge, die wir sonst vielleicht übersehen und damit gar nicht erst bemerkt hätten. Wie kleine Worte oder auch einzelne Satzteile. Es geht nicht darum, Frauen über Männer zu stellen oder Männer schwarzmalerisch anzuprangern. Sondern es ist die Sensibilität für das Subtile, die solche Texte uns lehren können und das sollte uns doch alle interessieren.

Unter dem Titel „Is This a Golden Age for Women Essayists?“ hat die New York Times diese Woche einen interessanten Beitrag zum Thema Frauen im Literatur- und Medienbetrieb geleistet. Obwohl sich in den letzten Jahrzehnten nachweisbar viel getan hat, weist die Autorin Cheryl Strayed darauf hin, dass „[a]s long as we still have reason to wedge ‚women‘ as a qualifier before ‚essayist,‘ the age is not exactly golden.

Und ich konnte ihr nur zustimmen, als ich in dem Beitrag Romane zum süchtig werden, den die Frankfurter Rundschau zum Nobelpreis gebracht hat, folgenden ersten Satz lesen durfte: „Ich bin kein Suchtmensch, auf Alkohol, Frauen und Kaffee und alle anderen Suchtmittel kann ich, wenn auch schweren Herzens, gut verzichten, doch auf die Romane Modianos nicht.“

Newsflash:

Alena


7 Gedanken zu “Romane sind Suchtmittel. Frauen nicht.

  1. Aber er meint es doch bestimmt nicht cheauvinistisch… er wollte sich nur seine Liebe zu Frauen Ausdruck verleihen. . .

    *hust*

    Aber der Rest des Textes lässt mich nachdenken. Denn auch ich bin kein Fan feministischer Literatur. Dabei mag ich eigentlich das subtile. Und Frauen. So als Menschen.

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  2. … wobei ich das Buch von Lena Dunham nicht als repräsentative Lektüre zum Feminismus wählen würde. Die Frau scheint mir zu gehypt und hat meines Wissens noch nichts Nennenswertes zum Feminismus beigetragen. Ich mag GIRLS zwar gerne, aber dem Buch gegenüber bin ich skeptisch, weil es letztendlich doch direkt aus der hippen New Yorker Upper-class-Talentschmiede kommt, die doch mehr Schein als Sein ist.

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    1. Ich glaube, man darf ihre Botschaft einfach nicht überbewerten. Sie spricht nur für eine sehr kleine, privilegierte Gruppe, und das sollte man im Kopf behalten. In dem Aufsatz „Girls, Girls, Girls“ (aus dem Buch Bad Feminist) schreibt Roxane Gay dazu: „Girls is a fine example of someone writing what she knows and the painful limitations of doing so.“ Mit dem Buch wird es sich sicherlich ähnlich verhalten.

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