Es ist unsere Geschichte, und wir können sie lösen.

Foto: Pinterest

Es gibt unter Schriftstellern diejenigen, die zu Anfang nur eine grobe Idee der Geschichte kennen, die sie erzählen wollen. Sie beginnen zu schreiben, lassen sich von ihren Worten mitreißen und schauen, wo der Text sie hinführt. Es gibt auch diejenigen, die eine Geschichte so detailgetreu wie möglich planen, Szene für Szene, Kapitel um Kapitel. Es wird in diesem Stadium nichts geschrieben, sondern die Geschichte im Kopf gedreht und gewendet, bis sie (vermeintlich) perfekt ineinander greift. (Zu dieser Gruppe Schriftsteller gehören wir übrigens beide.)

Es gibt diejenigen, die wissen, welche Geschichte sie erzählen möchten, und die bevölkern sie mit Figuren. Andere wiederum kennen zu Beginn die Figuren besser als den Inhalt der Geschichte; dieser entwickelt sich aus der Psychologie der Figuren und ihrer Handlungen. (Auch hier gehören wir eher zu Gruppe zwei).

Aber egal, wie wir schreiben, egal, wohin die Geschichte gehen soll: Es werden Unstimmigkeiten auftauchen. Unabhängig davon, wie gut der Plot nun ausarbeitet war. Und auf diese Kleinigkeiten werden wir erstens nicht aufmerksam, bevor wir sie selbst schreibend produziert haben, und zweitens können wir sie auch erst dann lösen: Wir können Dinge ändern, die wir geschrieben haben. Wir können sie aber nicht ändern, wenn es nichts zu ändern gibt, wenn wir ein leeres Blatt vor uns haben.

Und gerade dann, wenn wir uns fragen Wie komme ich aus dieser Ecke, in die ich mich gerade hineinmanövriert habe, auch geschickt wieder heraus? – dann ist Eines besonders wichtig: An uns und unsere Geschichte zu glauben, denn wir finden ganz sicher einen Weg, auf dem sich die kunstvoll eingeleitete Schleife mindestens genau so kunstvoll auch wieder lösen lässt. Die Antwort liegt nicht immer sofort auf der Hand. Denn dass die Schriftstellerei kein Zuckerschlecken ist, das wissen wir alle. Aber das Hin- und Herüberlegen, das Spiel mit der Handlung und den Figuren, das Drehen und Wenden ein und derselben Szene wieder und wieder, das bringt uns letztendlich zum Ziel: zum fertigen Manuskript, zur perfekten Geschichte. Das Einzige und Wichtigste, das wir dafür tun müssen, ist weiter zu schreiben. Ganz einfach.

alexa

 

 

 


2 Gedanken zu “Es ist unsere Geschichte, und wir können sie lösen.

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