Was ich beim Lesen von „The Demon’s Lexicon“ gelernt habe (Lehr-Buch #1)

Dies ist der erste Post in meiner neuen Kategorie Lehr-Buch, in der ich Bücher bespreche, um daraus für das Schreiben etwas zu lernen. Dies sollen keine Rezensionen sein, sondern ich diskutiere Erkenntnisse und Learnings, die mir (und hoffentlich auch den Schreiberlingen unter euch) helfen, selbst bessere Texte zu produzieren.

Untersuchungsobjekt #1 ist The Demon’s Lexicon von Sarah Rees Brennan, der erste Band der gleichnamigen Trilogie. Worum geht’s?

Nick’s family has been on the run from magicians his whole life. His father is dead, and his insane mother hates him—she starts screaming if he touches her. After Nick’s protective older brother is marked with a demon sign that means death, danger is unavoidable. The only way to erase the sign is to kill a magician.
As Nick and his brother play a deadly cat and mouse game with the magicians, Nick begins to suspect that everything his brother has told him about their past is a pack of lies. Not knowing whom to trust or where to turn, he walks into a trap—and a startling revelation that changes everything he’s ever believed.
Quelle: Simon & Schuster
Und wer jetzt doch eine Rezension lesen möchte, hier und hier sind welche zu finden. Aber los geht’s – was habe ich beim Lesen von The Demon’s Lexicon gelernt? 

Erkenntnis #1:

Wer schon immer mal einen sehr stringenten Plot, der nach allen Regeln der Kunst durchgeplant ist und nichts vermissen lässt (erster Wendepunkt, zweiter Wendepunkt, sowohl persönlich als auch dramatisch etc.), analysieren wollte, der ist hier an genau der richtigen Adresse. Da der Roman sich an einer großen Haupthandlung entlang bewegt, ist es auch sehr einfach und anschaulich, die Plotpoints herauszuarbeiten und sozusagen am lebenden Objekt zu lernen. Drei-Akte-Schema daneben legen – ein besseres Anschauungsobjekt kann man sich nicht wünschen. Und dass es auch noch Spaß macht, das Buch zu lesen, ist ein echter Bonus. (Solltet ihr nun nicht die großen Do-It-Yourselfer sein oder einfach mal sehen wollen, wie ich einen Roman nach dem Drei-Akte-Schema analysieren würde und euch ein detailliertes Beispiel wünschen, lasst es mich in den Kommentaren wissen! Dann mache ich nächste Woche einen Post, in dem ich die Handlung von The Demon’s Lexicon für euch zerpflücke und mit Beispielen erkläre, wie man so etwas selber schreibt.)

Erkenntnis #2:

Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Nick. Dass es da nicht gerade vor Regenbögen und Einhörnern wimmelt, ist ziemlich schnell klar: Nicks Stimmungslage changiert zwischen mäßig schlecht gelaunt und explosiv-aggressiv, was überraschenderweise nicht nach drei Kapiteln anfängt unangenehm zu werden. Sarah Rees Brennan gelingt es, Nicks Stimme und Denkweise authentisch und stringent von Anfang bis Ende durchzuziehen und irgendwann ist man einfach drin. Besonders gelungen ist dabei der Plot-Twist ganz am Ende des Romans. Um Spoiler zu vermeiden, verrate ich ihn nicht, aber so viel sei gesagt: Die Auflösung kommt völlig überraschend, aber nachdem man sie kennt, wird einem klar, dass alle Fakten schon die ganze Zeit über auf dem Tisch lagen. Wenn man Nick richtig „zugehört“ hätte, hätte man den Roman jederzeit auflösen können. Aber man hat es nicht getan und sich stattdessen in der Handlung verheddert. Handwerklich top umgesetzt, und dass Sarah Rees Brennan einen tollen Stil hat, ist ja sowieso bekannt. Learning? Überraschende, kreative Auflösungen sind toll, aber noch besser ist es, wenn wir sie durch gekonntes foreshadowing ankündigen, ohne dass der Leser es merkt.

Wer hat andere spannende Beispiele für Plotstruktur oder überraschende und zugleich stimmige Auflösungen? Lasst uns in den Kommentaren daran teilhaben!

Alena

 

 

 

 


5 Gedanken zu “Was ich beim Lesen von „The Demon’s Lexicon“ gelernt habe (Lehr-Buch #1)

  1. Ich finde, „Gone Girl“ von Gillian Flynn ist dafür ein gutes Beispiel.
    !!! Spoiler-Alarm !!!
    Wenn man herausfindet, dass Amys Tagebuch von ihr bewusst gefälscht wurde, damit die Polizei und wir als Leser von ihrem Mann einen ganz bestimmten Eindruck bekommen, ist das sehr überraschend und ein super Beispiel dafür, dass man einem Erzähler nicht immer glauben muss.

    LG
    Martina

    Gefällt 2 Personen

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