Über Glück und (passend dazu) Ken Duken

Wem es beim Titel nicht aufgefallen ist, der als Geschwisterbeitrag zu einem anderen gedacht ist: Ich habe vor einiger Zeit über Träume geschrieben (und Jared Leto hatte in dem Beitrag eine Cameo-Appearance 🙂 ). Wir alle fragen uns, wohin wir wollen, was wir wollen, und – ja – träumen! Ebenso wichtig ist es aber auch, über Glück zu sprechen, und zu überlegen, was uns glücklich macht, und wie wir das erreichen können.

Foto: Ken Duken // Frank P. Wartenberg

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (18.01.2015, Seit 43) bin ich auf einen Artikel, nee ein Interview, okay Beitrag (genau, Beitrag ist das treffende Wort!) gestoßen.

Es geht hier zwar nicht um die Frage, ob es nun ein Interview, ein Reisebericht oder was auch immer ist, was ich da gelesen habe. Sondern es geht um den Inhalt und nicht zuletzt um die Person, die porträtiert wird. Ken Duken. Schon allein er ist fast Grund genug, einen Artikel über ihn zu schreiben. Okay, nein, ich übertreibe, und nein, ich unterhalte keine Parasoziale Beziehung zu Duken. Dennoch sei wenigstens erwähnt, dass die Form des Beitrags ideal zum Charakter Ken Duken zu passen scheint, denn Julia Schaaf springt hin und her zwischen Beschreibung, Rundumschlag um Dukens Leben und Interview und vermittelt dem Leser genau den Eindruck des deutschen Schauspielers, den sie zu Beginn des Beitrags von ihm gibt: Ein junger Mann, freundlich, der mit Samtstimme zu Beginn des Gesprächs erst einmal wie ein Wasserfall spricht, den Bogen von banalen Fragen zu den grundsätzlichen des Lebens spannt, dabei ungemein sympathisch wirkt und dessen Erzählung immer wieder von einem Lachen unterbrochen wird, das an eine Lokomotive erinnert.

Jetzt ist es so, dass ich zwar nicht in Duken verliebt bin (habe ich ja gesagt), aber trotzdem finde ich ihn als Schauspieler toll (was sich schon so weit herumgesprochen hat, dass Freunde und Familie mich immer informieren, sobald sie sehen, dass ein Film mit ihm läuft). Und okay, nett anzusehen ist er ja auch wirklich. Aber das ist nicht alles. Denn obwohl er sich bei einigen von Schaafs Fragen auf keine Antwort festlegen will („Könnte ich jetzt nicht bestätigen, könnte ich auch nicht verneinen.“, „Vielleicht beide. Keine Ahnung.“), wirkt das nicht eingebildet, arrogant oder unnahbar, sondern einfach nur ehrlich. Denn wer weiß denn schon, oder könnte ganz sicher sagen, ob seine Liebe für den Film schon im Kindesalter eine Flucht war, oder nicht (Frage zur ersten Antwort) oder woher jemand seine positive Grundhaltung nimmt (Frage zu Antwort zwei). Duken sagt, dass er einfach immer das gemacht habe, was er wirklich wollte. Ob er denn nicht auch hätte Arzt werden können, wie sein Vater? Hätte er, aber das hätte ihn nicht glücklich gemacht, sagt er. Und später sagt er noch, er könne sehr gut damit leben, am Ende nicht hundert Prozent zu erreichen. Womit er nicht leben könnte wäre, wenn er nicht hundert Prozent gegeben hätte.

Als Schriftsteller, Leser und Medienleute im Allgemeinen können wir, so finde ich, viel daraus lernen. Duken ist ein großer deutscher Schauspieler, der unter anderem mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet worden ist, obwohl er nie eine Schauspielschule besucht hat. Er lebt seinen Traum, weil er das tut, was ihn glücklich macht und nicht das, was er hätte tun können, weil es vielleicht der einfachere Weg gewesen wäre.
Nein, nicht jeder wird dadurch, dass er nur seinen Träumen folgt, erfolgreich. Entscheidend ist, dass es kein blindes Ich-folge-meinem-Traum-Ziel am Ende des Weges ist. Sondern dass dahinter ein Plan steht. Und zwar einer, den man mit seinen eigenen hundert Prozent erreichen kann.

Ein Beispiel: Als deutscher Schriftsteller ist es tatsächlich schwierig, auf der New-York-Times-Bestsellerliste zu landen. Was aber nicht heißt, dass es keinen Platz zumindest einmal in der deutschen Literaturszene für ihn gibt. Und zwar nicht dadurch, dass er davon träumt, oder sich wünscht, dort zu landen. Sondern dadurch, dass er dafür arbeitet: Wie schreibt man ein Buch, woher kommen Ideen, wie entwickelt man Figuren, wie positioniert man sich als Schriftsteller, wie bekommt man einen Agenten, und wie einen Verlag? Das alles sind Dinge, die man erlernen kann. Und das sind genau die Dinge, die dazugehören, einen Traum ernst zu nehmen. Die Dinge, die uns dabei unterstützen und die es ausmachen, dass wir sagen können: Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, das zu tun, was mich glücklich machen wird. Und wer weiß? Vielleicht landet der in Deutschland erfolgreich verlegte Titel dann ja doch auf der Bestsellerliste der New York Times…

In diesem Sinne zitiere ich sehr gern einen großen Schriftsteller:

A goal without a plan is just a wish. 
– Antoine de Saint-Exupéry

alexa


3 Gedanken zu “Über Glück und (passend dazu) Ken Duken

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