Wenn Träume wahr werden…

…dann haben wir erstens hart dafür gearbeitet, und uns zweitens nie selbst vergessen.

Dass ich gern über Künstler schreibe, über ihre Art, mit dem Erfolg, ihrer Arbeit und den Fans umzugehen, welche Lebenseinstellung sie haben und was mich daran fasziniert, das ist dem ein oder anderen bestimmt schon aufgefallen.

Foto: Johannes Oerding

Neuestes Kapitel: Die Authentizität von Johannes Oerding.

Wir haben gestern eines seiner Konzerte der Alles brennt-Tour besucht. Und alles was ich dazu sagen kann, ist: Es war der Wahnsinn. Ich habe das Glück, dass ich Oerding schon mehrfach live sehen konnte – bei zwei Konzerten der letzten Tour und vor wenigen Wochen sogar bei einem exklusiven Radiokonzert, mit nur 30 Gästen. Soll heißen, ich habe den Sänger aus Hamburg in den letzen Jahren einige Male erlebt, und kann daher mit Sicherheit behaupten, dass er so was von auf dem Boden geblieben scheint, dass es einfach nur faszinierend ist. Zu Beginn kamen nur wenige zu den Auftritten, auf den ersten größeren Konzerten waren weit weniger als 100 Gäste und gestern waren es mehrere Tausend. Gab’s einen Unterschied darin, wie er gespielt hat? Nö. Oder doch: Ich hatte das Gefühl, er hat noch mehr Spaß daran, auf der Bühne zu stehen. Ich hatte auch das Gefühl, dass er nie wieder von der Bühne herunter wollte. An sich gut, ich hätte ihm nämlich auch noch Stunden zuhören können. A propos Stunden: Das Konzert ging ungefähr 2,5 Stunden, und es war eine bunte Mischung alter und neuer Songs, spaßiger Unterhaltung und Nähe zum Sänger, als er sich unter das Publikum in der Halle mischte.

Und was genau will ich damit nun wieder sagen?

Ganz einfach: Wir alle sind Künstler, egal ob Sänger, Schauspieler, Fotografen, Schriftsteller (die Liste dürft ihr beliebig erweitern). Und wir alle fangen einmal klein an, unsere Bücher lesen vielleicht zuerst nur unsere Geschwister oder engsten Freunde, und vielleicht bleibt es dabei. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht ergattern wir einen der heiß begehrten Plätze in einem großen Publikumsverlag, und vielleicht lesen dann sogar tausende Menschen unsere Geschichten, wir dürfen auf Lesungen, das Buch wird verfilmt, ins Ausland verkauft. Und wenn es wirklich so kommen sollte, dann sollten wir eines nicht vergessen, nämlich auf dem Boden zu bleiben. Erfolg kann durch Marketing und einen großen Verlagsnamen kommen, aber er bleibt durch Sympathie, Authentizität und nicht zuletzt auch durch Dankbarkeit. Denn Künstler würden auf keiner Lesung sitzen, in keinem Film mitspielen, auf keiner Bühne stehen und kein Bild ausstellen, wenn es ihre Fans und ihr Publikum nicht gäbe. Das sollten wir nie vergessen, und wir sollten uns überlegen, was wir den Fans live bieten können. Was macht uns aus, das das Buch als Produkt allein nicht transportieren kann? Ich kann Oerdings CD hören, aber ich kann mit der CD nicht neben ihm in einer Menschenmenge springen, ich kann mir dort kein „Nostalgie-Medley“ anhören und ich kann dort nicht seine witzigen Sprüche hören. Deswegen: Bleibt ihr selbst, präsentiert euch, wie ihr seid, und bleibt, wie ihr seid. Für euch, und für eure Leser. Egal, wie viele Bücher ihr verkauft und wie viele Leute euch lesen sehen wollen.

alexa

 

 

 

 

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