Zielgruppe? Will ich kennen lernen! 6 Tipps & Tricks

Wahrscheinlich gelte ich langsam als Zielgruppen-Monster, so oft wie ich mich über das Thema auslasse. Aber mal ganz ehrlich: Es gibt kaum etwas Wichtigeres, als sich beim Schreiben darüber im Klaren zu sein, wen man eigentlich ansprechen möchte. (Übrigens gilt das auch für andere Branchen. Erst letzte Woche habe ich in einer Casting-Show auf einem deutschen Privatsender gesehen, dass es sogar Leute gibt, die sich darum bewerben, ein Produkt verkaufen zu dürfen, von dem sie nicht einmal wissen, wofür es steht und folglich auch nicht, wer damit erreicht werden soll.) Denn wenn wir die Ansicht vertreten, dass wir für Leute schreiben (was ich tue), dann ist es sehr wichtig, deren Vorlieben zu kennen.

Foto: Pinterest

Woher aber wissen wir, was die Zielgruppe interessiert? 

  1. Eine der einfachsten Methoden ist es, im Buchladen des Vertrauens ein paar Runden um den entsprechenden Büchertisch zu drehen. Dabei findet sich (fast immer) irgendetwas, von dem man noch nie gehört hat. Und das, auch wenn man zwei Wochen zuvor um den gleichen Tisch geschlichen ist.
  2. Alternativ (oder zusätzlich) kann man sich auch von einem Buchhändler beraten lassen, was bei den Lesern der Zielgruppe gerade angesagt ist. Super an dieser Methode: Vom Buchhändler bekommt man häufig Insidertipps, die nichts mit der Spiegel Bestsellerliste zu tun haben.
  3. Die Augen offen halten. Wir alle fahren (wenigstens hin und wieder) mit Bus und Bahn durch die Gegend. Was lesen die Leute an der Haltestelle? Was lesen die, die mir im Zug gegenüber sitzen?
  4. Einfach mal zu Veranstaltungen gehen. Ja, da können wir fast noch mehr lernen als bei 1.-3. Vor kurzem habe ich mir eine Buchpräsentation von Dounia, Lamiya & Sami Slimanis Das Slimani-Prinzip angeschaut. Okay, so ganz stimmt das nicht, ich habe die drei nämlich kaum sehen können: Die Schlange von auf eine Unterschrift der Slimanis wartender Teenager wand sich schon so um das Buchhandelsgebäude, dass ich erst einmal kaum in den Laden hinein kam. Im Innenraum rannten dann  hysterisch quiekende, schreiende und in Tränen aufgelöste Mädels auf und ab. Rufe nach „SamiiiiiiiI!“ erfüllten den Raum und ließen mich fasziniert dem Schauspiel folgen. Ihr glaubt gar nicht, wie viel ich an diesem Tag über meine Zielgruppe gelernt habe. Und das meine ich völlig ernst – ich mache mich nicht über Slimani-Fans lustig.
  5. Was so viel heißt wie: Wir lernen unsere Zielgruppe nicht nur durch ihr Leseverhalten kennen, sondern auch dadurch, welche Filme angesagt sind, welche Musik hoch im Kurs steht und welche Events das Interesse wecken.
  6. Ganz frisch entdeckt: Das Whitepaper von Publishing Perspectives und Publishing Technology darüber, wie die so genannten Millenials Inhalte konsumieren. Ist für alle interessant, deren Zielgruppe darauf zutrifft – aber für andere Altersgruppen finden sich ähnliche Studien.

Wir müssen das, was bei unserer Zielgruppe gerade in ist, nicht unbedingt mögen. Wir sollten es aber kennen, und uns auch damit auseinandersetzen (ich interessiere mich beispielsweise nicht für die Make-Up Tipps der Damen Slimani, aber wenn die Peergroup meiner anvisierten Leser sie so liebt, sollte ich mir auch uninteressiert das ein oder andere Stück mal ansehen). Aus deren Vorlieben können wir wichtige Informationen ziehen, was sie interessiert, worauf sie Wert legen: Welche Art von starkem Charakter suchen sie in Büchern, womit können sie sich identifizieren? Sind gerade Nerds in, Glamour-Girls, oder ist es etwas ganz Anderes? Darüber sollten wir aber nicht vergessen, auch andere Genres zu lesen. Denn auch hier werden wir über Motive und Trends fündig und lassen uns nicht zuletzt auch inspirieren.

alexa

 

 

 

 

Andere Posts zum Thema Zielgruppe:

Über Agenten und schräge Ideen

Ein Hoch auf unsere Geschichten und Leser*

Was ich beim Lesen von “After passion” gelernt habe (Lehr-Buch #5)


7 Gedanken zu “Zielgruppe? Will ich kennen lernen! 6 Tipps & Tricks

  1. Eh, ich weiß nicht. Bis ich mit einem Roman auf die Zielgruppe reagieren kann, findet die schon wieder was anderes cool … als passionierte Langsamschreiberin (bzw. Ewig-dran-Rumfeilerin) habe ich eher Ziele wie „erwachsene Personen, die keine heterosexuellen Männer sind, und die vielschichtige (Frauen)figuren zu schätzen wissen“ oder „Slasher*innen ab 17, die einen guten Fantasy-Weltenbau zu schätzen wissen“.

    Gefällt 1 Person

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s