Oft sind es die Figuren, die das Rennen machen

Lebendige Figuren machen Geschichten oft erst so richtig spannend, das ist kein Geheimnis. Figuren haben dadurch auch die Macht, uns in den Bann einer Geschichte zu ziehen, die wir ohne die Figuren vielleicht gar nicht verfolgt hätten. Wer mir auf Twitter folgt, der hat vielleicht schon gemerkt, dass ich der Serie Suits verfallen bin. Die ist nicht neu, aber ich habe sie neu für mich entdeckt und bin jetzt (ein bisschen) süchtig danach.

Wer die Serie nicht kennt: Mike Ross, hochbegabt, wollte immer schon Anwalt werden, wurde aber von der Uni geworfen. Als er bei einem Drogendeal fast erwischt wird, platzt er in ein Meeting des New Yorker Top-Anwalts Harvey Specter. Der ist beeindruckt von Mikes fotografischem Gedächtnis und stellt ihn in der Kanzlei ein.

Ideal. Foto: Pinterest

Was mich fesselt an der Serie ist nicht, dass und wie Mike und Harvey jede Folge aufs Neue Rechtsstreits begegnen. Klar, auch das ist unterhaltsam und spannend. Aber es ist die Geschichte der Figuren, die mich wirklich in ihren Bann zieht, die mich immer weiter schauen lässt.

Schon allein das Setting zu Beginn wirft unzählige Fragen und Anknüpfungspunkte auf:

  • Ein junger Mann beginnt, unter Harvard-Absolventen in einer Kanzlei zu arbeiten, hat selbst aber nie Jura studiert. Wann wird wer Wind davon bekommen?
  • Mikes Drogendealer-Freund taucht immer wieder in dessen Dunstkreis auf, obwohl Harvey Mike den Umgang mit ihm verboten hat. Wann gibt das Ärger?
  • Harvey ist selbstverliebt, eingebildet und top in dem, was er tut. Wann kommt die erste Person vorbei, die ihm heimzahlen will, dass er sie irgendwann einmal von oben herab behandelt hat?
  • Mike, der nerdige superkluge Trottel, kann sich nicht zwischen zwei Mädels entscheiden. Welche der beiden wird ihm zuerst den Laufpass geben?

Das sind nur ein paar Fragen, die sich sofort aufdrängen, wenn man Suits zu schauen beginnt. Sie sind aber ganz deutlich figuren- und nicht zwangsläufig handlungsbezogen. Zuschauer bzw. Leser sind nicht dumm und wollen sich auch nicht für dumm verkaufen lassen.

Deswegen: Eine gute Handlung sollte einer Geschichte nicht fehlen, sonst wirkt sie langweilig.

Aber: Zuschauer bzw. Leser brauchen Identifikationsfiguren. Die beste Handlung wird nicht funktionieren, wenn die Helden unsympathisch sind, wenn sie nicht interessant genug sind um sie kennen lernen zu wollen, und wenn man sich nicht mit ihnen freuen und mit ihnen weinen will.

alexa

 

 

 

 

 


6 Gedanken zu “Oft sind es die Figuren, die das Rennen machen

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