Über Dinge schreiben, von denen man keine Ahnung hat

Klar – am einfachsten schreiben wir über Dinge, Tätigkeiten oder Orte, mit denen wir uns auskennen. Aber das ist nicht immer möglich, und auf Dauer wäre es wohl auch ziemlich langweilig.

Was also tun, wenn man über Dinge schreiben muss oder will, von denen man absolut keine Ahnung hat?

Researching in the Library
Foto: Researching in the Library (Steve Goodyear, flickr), CC license

1. Desk Research. Nie war es leichter, Informationen zu sammeln, ohne sich auch nur vom Schreibtisch zu entfernen. Meine ersten Adressen sind Wikipedia, Google StreetView, die Google-Bildersuche oder Pinterest.

2. Umfassende Recherche. Unter Umständen muss man sich auch mal vom Schreibtisch wegbewegen und auf die altmodische Art weiter recherchieren. Das kann der Gang in die Universitätsbibliothek oder die Stadtbücherei sein. Vielleicht muss man auch in den Zoo gehen, um sich so einen Wolf, der die Protagonisten jagen soll, mal aus der Nähe anzusehen.

3. Experten fragen. Es gibt kein Thema, für das es keinen Experten gibt. Bei konkreten Fragen zur Funktionsweise eines Flugzeugmotors, zum Wachstumstempo eines Giraffenbabys oder zum Verwesungsprozess einer Leiche braucht man konkrete Antworten. Experten findet man über Special-Interest-Foren, auf Blogs oder indem man die Websites von Universitäten durchsucht.

4. Selbstversuch. Wenn man sich fragt, wie Speed-Dating eigentlich in der Realität abläuft, sollte man einfach mal hingehen. Wege lassen sich ablaufen, besondere Kleider, die man nie kaufen würde, die die Protagonistin aber mit Vorliebe trägt, kann man im Laden anprobieren. Auch die Frage, wie konzentriert der Protagonist nach höchstens zwei Stunden Schlaf sein kann, kann man nach einem Experiment gut beantworten.

Was habt ihr für Strategien?

Alena


4 Gedanken zu “Über Dinge schreiben, von denen man keine Ahnung hat

  1. Meine Strategien treten meist bei sowas wie „wie könnte der Charakter gucken, welche Gestik macht er oder wie betont er etwas“ und da nutze ich durxh aus das eigenexperiment, was zur Verwirrung meiner Mitmenschen führen kann, wenn ich plötzlich im Wohnzimmer, Bus oder Bahn sitze und eine Bewegung immer weiter mache und es aussieht als würde ich irgendeinen Anfall erleiden..
    Ansonsten frag ich sehr gerne andere Leute nach deren Meinung oder wissen, je nachdem wo mein Problem grade hängt ^^‘

    Gefällt 2 Personen

  2. Vor allem 1, 2 und 4. Auf Mittelaltermärkten lässt sich beispielsweise selbst rausfinden, wie schwer ein echtes Schwert ist. (Antwort: Wollte ich nicht rumschleppen müssen.)
    Wobei ich manchmal vor allem via 2 rumlese, ohne genau zu wissen, wie die Story nachher geht, in der Hoffnung, auf inspirierende Fakten zu treffen.

    Gefällt 1 Person

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