Der verdammte Zweifel und 5 Gründe, warum man ihm nicht glauben sollte

Ihr kennt das alle: Man hat sich aufgerafft, den Laptop hochzufahren. Hat sich hingesetzt, obwohl die Lust sich in Grenzen hielt. Hat ein frisches Dokument geöffnet, seine Finger auf die Tasten gelegt und dann, nahezu zur eigenen Überraschung, doch eine ganz ordentliche Anzahl Wörter aufs „Papier“ gebracht.

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Doch so sehr wir ihn auch lieben – der erste Entwurf heißt erster Entwurf, weil ihm viele weitere folgen. Und an dieser Stelle schleicht sich gern dieser verdammte Zweifel ein. Wenn man zusammenzuckt, weil der Satz, den man da geschrieben hat, beim zweiten Lesen eigentlich nur noch kitschig klingt. Weil das alles keinen Sinn ergibt. Weil man wahrscheinlich die schlechteste Schriftstellerin der Welt ist. Am besten, sagt der Zweifel, hörst du gleich auf.

Klingt bekannt? Ich glaube, an der Stelle stecken wir alle manchmal fest. Hier sind 5 Gründe, wieso wir dem Zweifel zwar höflich zuhören, ihn dann aber geflissentlich ignorieren sollten:

1. Zweifel lähmen und führen zu nichts. Ein gesundes Hinterfragen dagegen hat noch nie geschadet. Kann ich das besser ausdrücken? Wie bringe ich jenes besser rüber? Sitzen die Dialoge? Wenn man sich und seine Arbeit schon hinterfragt, dann auf produktive Art und Weise. Nämlich indem man Lösungen sucht, nicht indem man sich fertig macht.

2. Übung macht den Meister. Niemand kriegt alles gleich beim ersten Versuch hin. Veronica Roth nennt ihre ersten Entwürfe „festival of crap“. Ein Haufen Mist am Anfang ist okay – kann ja alles nur besser werden.

3. Was auf der Seite steht, kann verbessert werden. Was nie aufgeschrieben wurde nicht. Ein schlechter erster Entwurf kann der erste Schritt in Richtung eines wunderbaren Manuskripts sein.

4. Weil wir lieben, was wir tun. Egal, welche Ambitionen man damit verfolgt und sogar, wenn es irgendwann zum Job wird: Schreiben ist und bleibt doch immer ein bisschen ein Hobby. Warum? Wir tun es in erster Linie, weil wir es lieben.

5. Allein die Tatsache, dass ihr euch aufgerafft und gearbeitet habt, beweist, dass ihr hinter eurem Text steht. Es gibt tausend Möglichkeiten, seine Zeit anderweitig rumzukriegen. Wieso habt ihr euch hingesetzt und die paar Zeilen geschrieben? Weil ihr es wolltet. Vielleicht sogar weil ihr es musstet. Weil es euch nicht loslässt. Weil ein Tag, an dem ihr eine Seite Text produziert, und sei er noch so unfertig, besser ist als ein Tag ohne Schreiben.

Alena


5 Gedanken zu “Der verdammte Zweifel und 5 Gründe, warum man ihm nicht glauben sollte

  1. Als fanatischer Selbstkritiker komme ich oft zu dem Punkt, wo ich ein und den selben Satz hundert Mal schreibe, weil er im Moment einfach nicht ’sitzt‘. Das lähmt natürlich immens. Der beste Ratschlag, der mir dabei etwas gebracht hat war: „Schreib den ersten Satz der dir dazu einfällt und lese es morgen noch mal. Wenn es dann noch komisch klingt, kannst du es immer noch verbessern.“

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