Was Geschichten mit uns machen

Wir haben zuletzt darüber geschrieben, wann Bücher uns verzaubern (durch die Sprache, durch die Figuren oder über den Plot). Aber wie ist das eigentlich, wenn wir magisch berührt werden? Was macht das mit uns (und unserer Umwelt)? Eine kleine Ansammlung von Dingen, die uns beim Lesen schon passiert sind:

Alena: Ich habe beim Kochen meistens ein Buch in der Hand und habe schon das Essen anbrennen lassen.

Lesen, und dabei Züge verpassen. (Foto: Pinterest).

Alexa: Es gibt bei uns eine S-Bahn-Station, die ist wie ein Gewölbekeller angelegt. Ich stand lesend unter einer dieser bogenförmigen Konstruktionen, während ich auf die Bahn wartete. Irgendwann blickte ich auf und sah die Bahn aus dem Bahnhof ausfahren. Immerhin blieb Zeit weiterzulesen, bis die nächste kam.

Alena: Die Jahre 2000 und 2001 sind fast gänzlich an mir vorüber gegangen, da ich sie so gut wie ausnahmslos in Hogwarts verbracht habe.

Alexa: Ich kam einmal im Büro an und hatte noch acht Seiten zu lesen. Der Showdown lag hinter mir, die Schlacht war geschlagen und der Sieg davon getragen. Der Held musste nur noch alle Fäden zusammen bringen. Während der Computer hochfuhr, las ich in Windeseile vier Seiten. Angemeldet, Mail-Account geöffnet – gut, nichts Zeitkritisches! Vier weitere Seiten verschlungen, losgelegt mit dem Arbeitstag. Ich gebe zu: Es war „nur“ ein Studentenjob…

Alena: Ich habe Sonnenbrand bekommen, weil ich mich stundenlang nicht bewegt habe.

Alexa: Das hätte mir im Sommer nach meinem Schulabschluss auch passieren können. Da saß ich wochenlang nur im Garten und las. Ich habe das Gefühl, mich an nichts aus diesem Sommer zu erinnern, außer an die Bücher, die ich verschlungen habe. Ach doch: Ich musste jobben, um sie bezahlen zu können.

Alena: Ich habe so lange gelesen, bis die S-Bahntüren schon wieder am Zugehen waren und bin erst in letzter Sekunde rausgesprungen. Dabei hab ich meinen Schirm liegen lassen, was sich rächte, da draußen die Sintflut herrschte.

Alexa: Anno…hm, weiß nicht mehr genau, wann das war – jedenfalls vor der E-Book-Zeit beging ich einen Fauxpas: Ich hatte kein Buch dabei, weil ich mich in der Bahn mit einer Freundin verabredet hatte, um Cocktails trinken zu gehen. Zur Station laufen, einsteigen (Freundin wäre schon drin), Getränke trinken, gemeinsam heim fahren. Keine Zeit, um zu lesen. Nicht mit eingerechnete Variable: Meine Freundin verpasste die Bahn. Also musste doch ein Buch her. Aber ein handtaschentaugliches. Am Ende hatte ich in der kleinen schwarzen Ausgehtasche Khalil Gibrans Der Prophet stecken. Wie gut das nun zueinander passte, sei mal dahingestellt.

Habt ihr auch schon die ein oder andere verrückte, lustige oder peinliche Situation erlebt, weil ihr gelesen und die Welt um euch vergessen habt? Freue ich auf eure Stories!
alexa

5 Gedanken zu “Was Geschichten mit uns machen

  1. Einmal die Station verpasst? Die Bahn wegfahren lassen? Pffft. Biitte. Das gehört zu einem guten Buch dazu wie der Einband.

    Sonst sind das so Dinge wie „noch das Kapitel. .. huch, warum ist es denn schon Morgen?!“, was gerne vor wichtigen Terminen passiert 😉

    Abgesehen davon sehe ich die Welt auch anders. Oh schau, eine Höhle, die super für einen Grünen Lindwurm geeignet ist. Oder das ich seit einiger Zeit mein Leben so gestalte, als gäbe es das Narrativum von Terry Pratchett auch in dieser Welt.

    Dir Welt die wir erblicken verändert sich deutlich mit den Büchern die wir lesen… finde ich.

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  2. Hm, es gab mal Zeiten, wo ich alles mit irgendwas von den Scheibenwelt hätte vergleichen können. Regelmäßig zu spät ins Bett gehe ich aufgrund von Geschichten sowieso – „ups, schon nach 1?“ Ansonsten: Zählt das Schreiben von Fanfiction zu seltsamen Gegebenheiten?

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  3. Auf jeden Fall das zu spät oder gar nicht ins Bett gehen, nicht ansprechbar sein und einmal habe ich schon zwei Mahlzeiten verpasst, da ich gelesen habe.
    Verrückt. Wenn ich unterwegs bin und Dinge sehe, die so in einem Buch beschrieben wurden, dann warte ich praktisch darauf, dass gleich eine Szene aus dem Buch vor meinen Augen stattfindet. Oder ich verbinde das, was ich lese mit existierenden Gegenden in meiner Umgebung und habe so immer ein Bild vor Augen.
    Habt eine schöne Woche
    Liebe Grüße
    Mia 🙂

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