300 Wörter weiter – egal, was kommt.

Wenn wir wirklich kreativ sein wollen, finden wir auch die Zeit dafür. Alles, was wir brauchen, ist der Wille dazu, eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und eine Prise Strategie. Die eine Stunde am Morgen, die zwei am Abend oder das Einschließen im Arbeitszimmer am Wochenende kriegen wir alle irgendwie hin.

Foto: Pinterest.

Aber manchmal legt uns das Leben ein paar Steine in den Weg.

Für die meisten von uns bedeutet die freie Stunde am Morgen, dass sie vor der Arbeit eingelegt werden muss, bevor oder nachdem Kinder versorgt sind, bevor eine weite Pendelei ansteht. Abends das gleiche. Am Wochenende können wir die Zeit nur einräumen, wenn der Haushalt zumindest rudimentär gemacht und der Kühlschrank wenigstens soweit gefüllt ist, dass wir über den Sonntag kommen. (Ich geb’s zu, bei Punkt zwei versage ich regelmäßig. Zum Glück habe ich eine Mutter, die kochen kann und in der Nähe wohnt.)

Soll heißen: Schreiben (oder jede andere kreative Tätigkeit) in ein sowieso schon stressiges Leben zu integrieren erfordert Maßarbeit. Meistens müssen wir knapp kalkulieren, und alles klappt gerade so. (Manchmal verpasst man auch den Zug zur Arbeit, weil die Szene fertig werden musste, aber na ja.)

Leider bedeutet das auch, dass der ganze schöne Plan in sich zusammenfällt, wenn irgendetwas nicht funktioniert. Aktuell macht mir eine Erkältung einen Strich durch die Rechnung: Ich bin einfach nicht fit genug, die Stunde früher aufzustehen und meinen Text zu schreiben. Solche „Störenfriede“ können alles Mögliche sein. Nicht nur Krankheit (bei uns oder Familie) und Stress (auf der Arbeit und zu Hause). Manchmal sind es auch die schönen Dinge des Lebens, die unsere Routinen zumindest zeitweise gehörig durcheinanderbringen. Ein neues Date. Eine anstehende Reise. Der Anbau eines Wintergartens.

Was tun, um nicht den Faden zu verlieren?

Bei Anne Lamott habe ich einmal die Empfehlung gelesen, immer 300 Wörter zu schreiben – jeden Tag, egal was kommt. Und das finde ich eine gute Menge. Man kommt zwar nicht weit, aber man verliert nicht den Faden. 300 Wörter sind schnell geschrieben, und wenn es hart auf hart kommt, schummelt man ein bisschen und lässt sich selbst mit 250 durchkommen.

In diesem Sinne: Immer schön weiterschreiben!

Alena


6 Gedanken zu “300 Wörter weiter – egal, was kommt.

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