Vom Laufen und vom Schreiben

Heute bin ich einen Halbmarathon gelaufen. Es war nicht mein erster, und es wird sicherlich nicht mein letzter gewesen sein (auch wenn meine Beine mir gerade etwas anderes mitzuteilen versuchen).

for the love of running
Foto: Alexa Coletta.

In Wahrheit ist es so, dass das Schreiben und das Laufen viel näher beieinander liegen, als wir manchmal glauben mögen. 3 Punkte, die meine beiden Leidenschaften miteinander verbinden und ein Gruß meiner Beine:

1. Übung macht den Meister: Das Training.
Wer gut schreiben will, sollte auch viel schreiben. Nicht nur viel Text im Roman produzieren, denn das macht ihn nicht immer besser. Aber kontinuierlich am Ball bleiben ist die Devise. Und da können Szenen, Posts, Tweets, Artikel usw. geschrieben werden. Genauso beim Laufen: Wer schneller laufen will, muss trainieren. Auch nicht einfach nur mehr, sondern qualitativ effektiver. Heißt, lange Läufe, kurze Läufe, schnelle Läufe, Sprints, Läufe am Berg, im Sand (usw.). Und ab und zu was anderes tun, wie Fahrrad fahren oder schwimmen. Genau wie man auch manchmal vom Schreiben Abstand braucht und etwas anderes tun muss.

2. Geduld, Geduld, Geduld: Ausdauer. 
Ein Roman schreibt sich nicht über Nacht. Er braucht Zeit, er will gedeihen. Meine Muskeln wachsen übrigens auch nicht innerhalb von einer Woche. Meine Erfolge sind das Resultat jahrelangen Trainings, bei dem ich immer und immer wieder morgens um sechs aufstehe und losrenne – auch im Winter.

3. Die Prüfung: Der Run.
Wie weit ist der Text? Stecken wir irgendwo fest, fragen wir uns, wer es noch mal war, der diese Geschichte schreiben wollte? Ich glaube, da waren wir alle schon mal. Aber wie schön ist es, wenn das Manuskript sich perfekt anfühlt, von einem Verlag oder einer Agentur unter Vertrag genommen wird! Yeah, wir schaffen das, wir sind fast da! Doch was jetzt kommt, erfordert noch einmal höchste Anstrengung und Konzentration: Es geht an die Überarbeitungsschleifen, wir sollten uns über die Vermarktung Gedanken machen. Aber auch das meistern wir, denn das wollten wir seit Jahren erreichen. Und ist das Buch im Satz, werden die Goodies bedruckt und wir sind auf der Zielgeraden. Und dann, wenn das Buch endlich zu kaufen ist und wir all unsere Marketingideen umgesetzt haben, dann sind wir im Ziel. Und hören nicht auf zu schreiben, egal, wie anstrengend es war. Denn es gibt da diese eine Geschichte, die schon seit Wochen in unserem Kopf umherschwirrt…

Und beim Laufen? Die Trainingszeiten waren super, wir starten, laufen erste schnelle Kilometer. Und dann kommt die Durststrecke. Kilometer zehn bis 17. Wieso haben wir uns noch mal angemeldet? Und plötzlich läuft es wieder, denn wir merken: Wir schaffen das, obwohl es jetzt noch einmal richtig hart wird. Aber natürlich werden wir das runterlaufen, denn es ist das, was wir seit Jahren tun. Wir haben darauf hin gearbeitet. Kilometer 18, langsam geht’s Richtung Zielgerade. Noch diese Schleife, und die da vorn, und wir biegen ein, rennen an der Tribüne der jubelnden Zuschauer vorbei, noch 100 Meter. Passieren die Zeitmessung und – gehen weiter. Denn es ist nie zu Ende, nicht nach diesem Lauf, und nicht nach dem nächsten.

In gut 7 Wochen kommt mein erster Roman in den Buchhandel. Es ist mein erster, und es wird sicherlich nicht mein letzter gewesen sein (auch wenn der Book-Hangover mir gerade etwas anderes mitzuteilen versucht).

alexa

 

 

 

 

P.S.: Es melden sich Alexas Beine. Wir wissen nicht, warum sie das immer wieder tut. Oder doch, eigentlich wissen wir es. Jetzt schmerzen wir noch, aber das ist morgen (äh, okay, übermorgen) auch egal. Denn dann fühlt es sich richtig gut an. In diesem Sinne: Keep running, keep writing, be great! 🙂

 


2 Gedanken zu “Vom Laufen und vom Schreiben

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