Heldinnen – Warum auch Mädels mal ins offene Messer laufen sollten

GLASS SWORDEs ist noch nicht lang her, da habe ich Glass Sword von Victoria Aveyard gelesen. Mare ist wirklich ein Hau-Drauf-Mädchen, auch wenn sie erst im Laufe von Band 1 (Die Rote Königin) dazu geworden ist.

Selbst wenn das, was sie sich nun in Band 2 leistet, mir persönlich ein bisschen zu viel ist – sie musste nicht ständig gerettet werden. Und das hat wirklich Spaß gemacht. Denn tatsächlich spannend sind Heldinnen doch, wenn sie stark sind und gleichzeitig so viel Handlungsspielraum haben, dass sie ihre eigenen (manchmal auch falschen) Entscheidungen treffen können. Und das trifft sowohl auf Teenager zu als auch auf Erwachsene.

Ich mag es, Mädels auch mal ins offene Messer laufen zu lassen und zu sehen, wie sie aus dem Schlamassel wieder heraus klettern. Manchmal sind Heldinnen (Helden genauso, aber um die geht’s ja heute nicht) auch einfach nur blind für die Wahrheit, weil sie so unbedingt etwas Bestimmtes erreichen wollen. Hauptsache, dazugehören. Hauptsache, als Siegerin dastehen. Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Wer dabei auf der Strecke bleibt, fällt manchmal erst auf, wenn es zu spät ist – sehr gern am zweiten Wendepunkt der Geschichte, und dann nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

Und jetzt ist es an der starken Heldin, ihren Fehler einzusehen und das bestmögliche aus der Situation zu machen. Wie ihr das gelingt, das macht die Story doch so richtig gut, mitreißend und spannend. In diesem Sinne: Lasst uns über starke Frauen schreiben, lesen und sie feiern! 🙂

alexa


8 Gedanken zu “Heldinnen – Warum auch Mädels mal ins offene Messer laufen sollten

      1. Generell fand ich ihren Charakterbogen recht konsequent. Ein wenig zu oft „oh ich bin nicht schon und darum kann ich nicht gut sein“ (weil Frauen nur darüber versuchen können sich zu definieren???)

        Na dann mal schauen wann ich es lese 😉

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    1. „Geschont“ finde ich die falsche Bezeichnung und ich glaube auch nicht, dass das Phänomen genreabhängig ist. Im Krimi und im historischen Roman gibt es ähnliches. Im historischen Roman zeichnet sich die Heldin z. B. fast immer dadurch aus, dass sie dauernd Opfer (meist männlicher Gewalt) wird, bevor sie am Ende doch ihre große Liebe heiraten darf. Auch im Krimi sind Frauen vorwiegend Opfer; beim amerikanischen Thriller teils in der Doppelrolle der toughen Ermittlerin, die ins Visier des psychopathischen Killers gerät.
      Was in beiden gemeinsam ist, ist aber auch so eine Tendenz, dass die Prota gleichzeitig unglaublich klug und moralisch überlegen ist. Sie macht nur ganz ausnahmsweise mal einen Fehler, irrt fast nie, und dass der irre Killer (oder der lüsterne Wasauchimmer) ausgerechnet sie auswählt, ist nun wirklich nicht ihre Schuld.
      Daher freue auch ich mich über jede Figur, wie Prinzessin Ciri aus der Hexer-Saga oder die Privatdetektivin V.I. Warshawski, die diese Muster durchbrechen und sich selbst auch mal richtig in die Scheiße reiten.

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      1. Für den historischen Roman, soweit ich ihn beurteilen kann, gebe ich dir recht. Das hat sicher auch was mit der, jawohl immer noch häufig weiblichen, Zielgruppe zu tun.

        Aber in Thrillern und auch Horrorromanen habe ich, gefühlt, häufiger das Erleben, dass sich Protagonistinnen, wie du so schön sagst, selbst in die Scheiße reiten. Gut, es ist dann Sache des Autors/der Autorin, es nicht so hinzustellen, als wäre das klischeemäßige Blondie einfach doof wie Bohnenstroh und hätte alles Schlimme, was ihm passiert, genau so und nicht anders verdient.

        Ich sehe schon, ich muss da noch mal auf Feldstudie gehen ;-).

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    2. Das ist gut möglich, dass das von Genre zu Genre mal stärker, mal schwächer ausgprägt ist. Ich finde aber auch, dass Vera das ganz gut ausgedrückt hat: Heldinnen gehen oft erst den Weg über die Opferrolle, bis sie in ihre Heldinnenrolle schlüpfen. An sich ist das nicht verkehrt, denn das kann ja die Reise sein, die die Figur gehen soll: Ihre Heldinnenreise, indem sie sich selbst kennen lernt. Ich mag es aber auch zu lesen, dass sie diese Reise durch ihre eigenen (Fehl-) Entscheidungen und Wege geht – weniger dadurch, dass sie anfangs total ahnungslos (und/oder schwach) ist, gerettet werden muss, ihr alles erklärt werden muss etc.

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