Das Feuerwerk der Welten in meinem Kopf – #warumichlese

Da war er plötzlich, dieser Hashtag auf Twitter: #warumichlese. Sofort poppte es in meinem Kopf auf: …weil jedes Buch ein Feuerwerk an neuen Welten in meinem Kopf entfacht. Nur, was genau heißt das? Wie kommt es zu dem Feuerwerk, warum gerade Feuerwerk und – warum überhaupt lesen?

thumb_IMG_1637_1024Lesen ist nichts, das ich mir aktiv vornehme. Zumindest nicht so wie ich mir vornehme, diese neue Sportart auszuprobieren oder endlich mal das Restaurant an der Ecke zu besuchen. Ich lese einfach. Dann bin ich in einer fremden Welt, erlebe Abenteuer mit den Protagonisten, folge ihnen in ihr Gefühlschaos, in ihre Hochs und ihre Tiefs. Ich sehe die Welt durch die Augen einer anderen, einer fiktiven Person, in einem Setting, das real ist oder auch nicht, mit Freunden und Weggefährten, die ich mag oder nicht leiden kann. Ich kann mich an den Entscheidungen der Figuren reiben und mich fragen, ob ich genau so gehandelt hätte. Unendliche Details verwandeln sich von ihrer Buchstabenform in Bilder und entfachen ein buntes Feuerwerk in meinem Kopf. 

Ein besonders gutes Beispiel dafür sind fantastische Geschichten, denn gerade dort fühlt die Welt sich noch viel weiter weg an als bei realistischen Geschichten: Wesen können ausgedacht, Naturgesetze ausgehebelt werden. Das Farbspektrum des Feuerwerks, das solche Geschichten in meinem Kopf entfachen, ist meistens nuancierter und kräftiger als bei realistischen Texten. Diese wiederum erlauben manchmal eine stärkere bzw. einfachere Identifikation mit den Geschehnissen, weil wir uns das Setting nicht unbedingt vorstellen müssen – es ist unserem täglichen Leben einfach sehr ähnlich. (Was es nicht weniger gut macht!) Jede Geschichte entfacht ihr ganz eigenes Feuerwerk: Mal sind die Raketen bunter, mal sind die Explosionen lauter. Aber es ist immer einzigartig und wunderbar.
Nun bin ich nicht nur Leserin, sondern auch Autorin. Und da gehört das Lesen sowieso dazu, denn wer gut schreiben will, der sollte viel lesen. So lernen wir das Genre kennen, in dem wir selbst schreiben und hin und wieder auch Bücher in Genres, die wir eigentlich nicht mögen. Denn auch das gehört dazu: Einfach mal was lesen, von dem wir vorher nicht schon wussten, dass es uns gefallen wird. Auch hier kommt es immer wieder zum Feuerwerk im Kopf, bunt und farbenprächtig.

Nicht zuletzt lernen wir als Schriftsteller durch das Lesen auch unglaublich viel über das Schreiben selbst: Wie funktioniert der Spannungsbogen und wie schreibt man parallele Handlungsstränge – auch über Jahrhunderte hinweg? Wann ärgern Leser sich über einen Plot-Twist und wie kann man stringent, überraschend und genial plotten? Wie gelingt es, eine authentische Stimme zu schreiben und wann klingen Dialoge authentisch? Welche Bedeutung hat die Wahl der Perspektive? Wie machen Konflikt, Enttäuschung und Vorwurf die Geschichte spannend?

Ich möchte das, was ich lese und das, was ich schreibe, teilen und darüber diskutieren. Dass #warumichlese eine Welle angestoßen hat, die das Lesen – also etwas, das man meistens allein tut – in Social Media zieht und damit verlängert, ist genial. Und dass sich daraus wiederum eine Gruppe findet, die darüber schreiben und diskutieren will: Umso besser. Dann können wir teilen, was uns bewegt und warum wir lesen.

Stellt sich zum Schluss nur noch die Frage, was schöner ist: Das Feuerwerk, das sich in meinem Kopf entfacht, wenn ich lese oder das, das meine Texte im Kopf meiner Leserinnen und Leser entfacht? Denn das ist, #warumichlese: Um das krachende Bunt, das ich erlebe und liebe, weiterzugeben und viele Menschen von der Faszination von Geschichten zu überzeugen.

alexa

 

 

 

 

P.S.: Dieser Post ist außerdem mein Beitrag zu #warumichlese von novelero. 🙂

 

 


3 Gedanken zu “Das Feuerwerk der Welten in meinem Kopf – #warumichlese

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