Können wir das mit den Love Triangles endlich mal lassen?

loveKürzlich habe ich ein Buch gelesen – Teil 1 einer geplanten Trilogie – das einfach alles hatte, was ich bei guter YA-Fantasy liebe: Action, eine fantasievolle, märchenumwobene Welt, fantastische Wesen, Kämpfe, Spannung. Und eine leidenschaftliche Liebesgeschichte. Sie war kitschig und klischeehaft, aber auch romantisch, sexy, hot, herzbrecherisch. Kurz: Alles, was man wollen kann.

Als sich im letzten Drittel des Buches eine männliche Figur anschickte, sich zum zweiten Love Interest zu entwickeln, erweckte das kurz meine Skepsis, doch am Ende schien alles in trockenen Tüchern. Bis ich mir Rezensionen zu Band 2 durchlas und feststellte, dass die Fortsetzung sich knietief im Love Triangle-Land bewegt. Die absolut sicherste Methode, mich davon abzuhalten, das Buch auch nur in die Hand zu nehmen.

Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich damit unbeliebt mache: Können wir das mit den verdammten Love Triangles endlich mal lassen? Es war vielleicht für drei Sekunden interessant, als ich es zum ersten Mal gelesen habe, aber mittlerweile? Es langweilt mich zu Tode.

Warum?

Erstens, weil um jedes Mädchen permanent mehrere hotte Typen herumlungern und sie die Qual der Wahl hat. Ganz genau.

Zweitens, weil es unrealistisch ist, wenn die Protagonistin in einem Buch Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um mit ihrem Seelenverwandten, der großen Liebe ihres Lebens, zusammen zu sein. Nur um sich ein paar Seiten später oder in einem weiteren Band zu fragen, ob der alternative, natürlich ebenso heiße Anwärter auf ihre Zuneigung, nicht der bessere Deal wäre.

Drittens: Wieso sind Protagonisten auf einmal so oberflächlich? Sie finden die große Liebe und dann schauen sie sich bei der nächstbesten ebenfalls interessanten Option neu um? Was soll das?

Viertens: Wieso sind Liebesgeschichten auf einmal nur noch interessant, wenn die Liebe in Gefahr durch eine andere attraktive Person gerät? Gibt es nicht genügend andere Hindernisse, die aus dramatischer und psychologischer Sicht tausendmal spannender zu schreiben und zu lesen wären?

Fünf: Was ist mit der wahren, echten, großen Liebe passiert? Mit der einzigartigen, one-in-a-lifetime Liebe, um die die Figuren kämpfen und für die sie alles tun würden? So eine Geschichte will ich lesen: Über eine Liebe, die die Welt verändert. Für die die Sonne im Westen aufgeht. Romantisch und vielleicht ein wenig kitschig, überbordend und sexy und schicksalhaft. Und im Notfall schreibe ich sie eben selber.

Alena

 

 

 

Q: Was meint ihr? Dass ich spinne, oder habt ihr die Love Triangles auch langsam satt?


11 Gedanken zu “Können wir das mit den Love Triangles endlich mal lassen?

  1. Mir aus der Seele gesprochen – danke! Ich wusste zwar nicht, dass das gute alte Dreiecksverhältnis mittlerweile einen neuen Namen bekommen hat, das ändert aber nichts an den Tatsachen 🙂 Und die bleiben die von Dir genannten: Dieses Herumgehüpfe um die Heldin/den Helden ist: langweilig, unglaubwürdig und oberflächlich. Wenn schon Nebenbuhler, dann wünschte ich mir Goethsche „Wahlverwandtschaften“, wenn Liebes-Hindernisse, dann bitte solche wie in „Vom Winde verweht“.

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  2. Ich denke, dass das Motiv als solches ein legitimes ist, weil es sich ja nun wirklich auch, gefühlt, seit Anbeginn der Zeit durch die Literatur schlängelt. Gerade im YA-Bereich wird aber kein Klischee ausgelassen, wie du sie ja auch gut beschrieben hast. Es ist dann mehr dieses klischeehafte, welches das Motiv tötet. Aber die Dreiecksgeschichte an sich, die wird wohl auch zukünftig unverwüstlich bleiben.

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  3. Wenn es zur Geschichte, zur Entwicklung und zu den Figuren passt: okay. Aber leider ist es zur neuen Mode geworden, einfach überall eine Dreiecksbeziehung einzubauen und oft passt es eben nicht und langweilt. Langweilt so unendlich.

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  4. Zufällig in Facebook drübergestolpert, sofort geliket, Follow, Hallo und Senf dagelassen 😉

    Jaaa, oh Mann, wie diese Love Triangles nerven, aus den eben genannten Gründen!

    Es ist dann auch gar nicht das Klischée an sich, das nervt. Klischées können sehr originell und tiefgründig umgesetzt werden – eine ernste Bearbeitung einer Love Triangle wäre sogar ziemlich interessant! Aber ich kann mich nicht erinnern, eine solche Interpretation jemals in der Hand gehalten zu haben. Mit Love Triangles aus Jugendromanen und Romanzen verbinde ich eine abgrundtiefe Oberflächlichkeit, die ich so einfach nicht lesen möchte.

    Vielleicht, weil ich auch denke, dass es die Frauenfiguren herabsetzt … Dieses unentschlossene „Ach, ich will, aber ich will doch nicht – kämpft um mich, schöne Ritter!“, hat für mich einfach nicht mit modernem Frauentum zu tun.

    Aber ich würde meinen Daum absolut für die etwas „andere“ Umsetzung geben! Warte noch darauf, dass ein Buch mit einer polymorphen Beziehung den Mega-Erfolg hat – keine Frage, was dann der neue Trend wird 😉

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    1. ‚Dieses unentschlossene “Ach, ich will, aber ich will doch nicht – kämpft um mich, schöne Ritter!”‘ – genau das finde ich auch so furchtbar nervig! Als ob Frauen(figuren) nichts anderes zu tun haben, sich den Kopf zu zerbrechen, für wen sie sich entscheiden sollen!

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      1. Bei so viel Unentschlossenheit bleibt meist auch jede Charakterstärke auf der Strecke … Wie gesagt, ich warte noch auf die etwas andere, erfrischende Interpretation 😉

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  5. Ha ha ha, oder man treibt es auf die Spitze: Es gibt ein Love-ganze viele Ecken. Die Hauptperson rennt von einem Mann zum nächsten und wieder zurück, verknallt sich quasi an jeder Straßenecke.
    Finde es sympathisch, dass du dagegen wetterst! Und du hast recht damit.

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