Warum wir mit Ideen verschwenderisch umgehen sollten

Quelle: Flickr (barockschloss)

Vor ein paar Tagen habe ich Benjamin Percys Post über Ideen entdeckt, in dem er argumentiert, dass Schriftsteller aus ihrer Sammlung guter Einfälle oft nur ein paar herauspicken und in ihrem aktuellen Projekt verarbeiten, um nicht alle auf einmal zu „verschwenden“. Er argumentiert, dass das Unsinn ist: Ideen wachsen sozusagen nach.

Der Post war für mich ein Aha-Erlebnis. Denn diese Diskussion – alle guten Ideen auf einmal verwenden, um das beste aller möglichen Bücher jetzt zu schreiben, oder lieber ein paar Ideen aufsparen für schlechte Zeiten? – führen Alexa und ich, solange wir schreiben.

Und eigentlich macht es nur Sinn – wenn man kreativ arbeitet, kommen Ideen irgendwann fast von allein. Weil sich Ideen an Ideen entzünden, weil man bei Recherchen auf neue Denkanstöße trifft, weil sich aus Geschichten neue Geschichten spinnen.

Ganz abgesehen davon: Wollen wir nicht aus jedem unserer Projekte das nur denkbar Beste machen? Und wie soll das funktionieren, wenn wir einige unserer besten Ideen zurückhalten?

Deshalb mein Plädoyer an den Mut, mit Ideen verschwenderisch umzugehen und unsere Projekte geradezu damit vollzupacken.

Was sagt ihr dazu? Neigt ihr dazu, mit Ideen zu geizen? Fällt es euch manchmal schwer, sie mutig alle auf einmal zu verarbeiten?

Alena


16 Gedanken zu “Warum wir mit Ideen verschwenderisch umgehen sollten

  1. Ich hatte genau diesen Aha!-Moment nach einem Podcast, den ich gehört habe. Seitdem gehe ich für jede neue Buchidee einmal durch mein gesamtes Ideennotizbuch und schreibe alles auf, was irgendwie passen könnte. Nicht alles kommt letztlich mit rein, aber auf jeden Fall mehr als zuerst gedacht. Wie du sagst, vor Ideen kann man sich normalerweise nicht retten. Da kann man sie auch gleich ausnutzen 😀

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    1. Außerdem will man sie später manchmal gar nicht mehr nutzen, weil man sich mittlerweile für ganz andere Dinge interessiert. Wäre ja dann eigentlich schade, wenn man sie aufspart und dann kommen sie nicht mehr zum Zug!

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  2. Hey Alena *wink*

    Mit Ideen wird nicht gegeizt. Momentan befinden Cara und ich und beim Plotten von unserem ersten Gemeinschaftsprojekt und jeder wirft gerade wild Ideen ein und wir gucken, wie das passt. Ich denke, die Phase der Ideenfindung ist unglaublich wichtig und dann sollte man auch nicht an den Ideen sparen. Wenn jetzt im Nachhinein eine Sache halt nicht mehr reinpasst, gut, dann ist es halt so, aber im Großen und Ganzen geizen wir nicht an unserer Kreativität. 🙂

    Liebe Grüße
    Anni

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    1. Wie schön, dass du mich jetzt auch hier gefunden hast 😉 Ich finde es gerade, wenn man zu zweit arbeitet, besonders wichtig mit Ideen nicht zu geizen. Man weiß ja nie, welche Idee bei der Ko-Autorin eine neue, vielleicht noch viel bessere Idee auslöst 🙂

      Verratet ihr denn schon was über euer Gemeinschaftsprojekt oder ist das noch geheim? Neugierig… 😉

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      1. Natürlich haben wir euch hier gefunden. Ist nicht so, dass der Name von eurem Blog nicht auch der Name von eurem Buch ist. 😀 Ich lese sogar schon eine Weile still mit. 😀 Eben, weil ich es so spannend finde, wenn man zusammen ein Buch schreibt. (Dazu habt ihr ja einiges hier auf dem Blog). Cara und ich tauschen uns momentan nur über Skype aus, weil wir blöderweise knapp 400 km zwischen uns haben, aber wenn man sich jeden Abend hinsetzt und die Ideen diskutiert, die einem über den Tag verteilt gekommen sind, kommt man schon gut voran.

        Wir haben erst vor ein paar Tagen angefangen, liebe Alena, deshalb gibt es noch gar nicht soooo unglaublich viel zu erzählen, aber irgendwo muss man ja anfangen. 😉 Sobald es was zu erzählen gibt, plaudern wir dann auch mal aus dem Nähkästchen. 🙂 Versprochen. 😀

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  3. Vielen Dank für den trefflichen Post und den dazugehörigen Link. Natürlich ist ein All-In meist selbstverständlich, nur manchmal gibt es Figuren, Metaphern oder Szenen, die einfach nicht in das aktuelle Buch passen. Die bewahre ich dann schon auf in meinem Schatzkästlein Notizbuch …

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  4. Irgendwie arbeite ich wohl vollkommen anders. Erstens, Problemstellung (= Geschichte über …). Zweitens, Materialsammlung (Figuren, Setting, Weltenbau, etc.), drittens mittelausführlicher Plot – wie komme ich von A nach B etc. Unter Punkt zwei und drei entstehen projekt- bzw. problemspezifische Ideen und Fragen, die dann noch in anderen Stories weiterverwurstet werden, wenn sie was hergeben.
    Ergo, wenn ich von Ideen rede, dich ich so aus dem Blauen ins Notizbuch schreibe, handelt es sich zumeist um Dinge, aus denen ich später mal einen Roman oder wenigstens eine Short Story machen will.
    Und wenn ich halt schnell eine Idee brauche, sage ich meinem Unbewussten bescheid, dass es bitte gerne mal darüber nachdenken soll, und ich mache solange was anderes, bevorzugt mit meinen Händen.

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    1. Deine Vorgehensweise kenne ich auch, aber ich hab oft zusätzlich vollkommen willkürliche Ideen, die zu keinem Projekt passen, an dem ich gerade Arbeite. Die kommen dann alle in meine allgemeine Ideensammlung und wenn ich mit einem ganz frischen Projekt starte, überlege ich, welche Ideen sich da vielleicht ganz gut drin machen würden 🙂

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      1. Zugegeben, manchmal fällt mir auch zusammenhanglos etwas ein, aber so richtig nützlich ist das leider nie.

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  5. Danke, dass ich das lesen durfte!!
    Ich gehöre auch zu oben genannter Art von Menscjen, die sich Ideen lieber aufsparen. Aus Angst vor fehlender zukünftiger Inspiration. Das war mir bisher gar nicht wirklich bewusst. Doch wie sagt man so schön- Einsicht ist der erste Weg zur Besserung 😉
    Lg Olivia

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