Brain Snack: Lieber Scheitern, als etwas unversucht lassen! – Interview mit zwei Gründerinnen

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Ihr kennt bereits unsere neue Post-Reihe Brain Snacks: Wir wollen euch Impulse für eure Projekte geben, indem wir Erfahrungen von anderen Jungautoren und -autorinnen, Querdenkern und Kreativen sammeln.

Dazu haben wir dieses Mal Nina und Ekaterina von What the Food! interviewt. What the Food! bietet im Frankfurter Bahnhofsviertel gesunde und leckere Küche – sogar, wenn es mal schnell gehen muss. Uns haben sie spätestens mit den kreativen Namen ihrer Gerichte überzeugt – wer könnte schon der „Hecke Federvieh“ oder dem „Chicken Zoodle Caroodle“ widerstehen?

Im Interview verraten die beiden etwas über Mut, Trendsetting und was das Gründen eines Unternehmens mit dem Schreiben eines Romans zu tun hat.


Ekaterina und Nina, ihr hattet beide gut bezahlte, sichere Jobs. Die habt ihr an den Nagel gehängt, um ein Food-Start-up zu gründen. Auch Schriftsteller spielen häufig mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen, um vom Schreiben zu leben. Welche Tipps könnt ihr ihnen geben: Wie sollte man sich vorbereiten, damit der Sprung ins kalte Wasser keine Kollision mit dem Eisberg wird?

_MG_7543_300dpi_CMYK_webDie perfekte Vorbereitung auf das Thema Selbstständigkeit gibt es nicht. Man ist ein Fan von Überraschungen, Herausforderungen und sich ständig verändernden Umständen? Das ist eine gute Vorbereitung 🙂 Es ist eine Reise, auf die man sich unvorbereitet begibt und deren Zug durch verschiedenste Landschaften mit verschiedensten Passagieren fährt. Eine aufgeschlossene, flexible Art an die Dinge heranzugehen erleichtert auf jeden Fall den Einstieg in die Selbstständigkeit.

Ihr habt umgesattelt und was ganz Anderes gemacht: Ein Restaurant. Wieso dieser totale Wechsel – ihr hättet ja auch ein FinTech-Start-up gründen können…

Unser Studium und die Finanzbranche haben uns beiden die Tools mitgegeben, management-technisch theoretisch in jeder Branche erfolgreich sein zu können. Das Thema Food hat uns beide aber schon immer privat begeistert und der healthy fast casual Markt war in Deutschland – gerade im Vergleich zu den USA und UK – noch so gut wie unbesetzt. Den Rest des Fachwissens haben wir uns durch Experten, aber auch mit der Zeit und Erfahrung beigebracht.

Als Schriftsteller hofft man ja immer, dass die Geschichte den Zahn der Zeit trifft und auf der Welle des nächsten Trends mit schwimmt. Und doch kann man Trends nie voraussehen. Ihr macht gesundes, leckeres und gleichzeitig schnelles Essen – das In-Thema schlechthin. Seid ihr mit eurer Idee zu Beginn eher Trendsetter gewesen und musstet andere von eurer Idee überzeugen, oder konntet ihr schon auf der Welle von Slow und Super Food mitschwimmen?

Deutschland ist ein Land, in dem unterdurchschnittlich wenig des Einkommens für Essen ausgegeben wird. Auch wenn jeder objektiv den Trend erkennt, ist es ein noch langer Weg für uns, das Thema gesundes Essen in unseren Alltag zu integrieren. Aber genau wie das Thema Sport/Fitness wird auch das Thema Ernährung über kurz oder lang flächendeckend nachziehen. Aber wie auch in der Literatur hat den richtigen Trend zu treffen auch mit dem gewissen Fünkchen Glück zu tun – eben zur richtigen Zeit das Richtige (an-)zu bieten.

Man kann so eine Gründungsgeschichte und den Prozess des Buchschreibens ja ein wenig vergleichen: Zuerst ist da die Idee, dann kommt das Konzept, dann die Entstehungsphase und dann ist er da: Der Erscheinungstermin bzw. der Tag der Eröffnung. Was sind eure Tipps, um von Beginn an sichtbar zu sein? Vorher viel Werbung machen? Und wie kann man sich selbst die Angst davor nehmen, an dem Tag in einem leeren Restaurant da zu stehen – oder ohne Buchkäufer?

Während im Restaurantgeschäft mittlerweile gerne so genannte „soft openings“ „in“ sind, in denen man still und leise eröffnet, um klammheimlich seine Prozesse zu üben sowie zu optimieren und man sich erst dann massenwirksamen Werbemaßnahmen wie Social Media, Presse etc. widmet, sollte man als Schriftsteller wahrscheinlich so früh wie möglich mit der Vermarktung seines Werkes beginnen: Je mehr Spannung vor einer Veröffentlichung geschaffen wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Buch sich von vornherein gut verkaufen wird und man auch im Voraus schon darüber spricht.

Zu gründen ist ja nichts, das man „einfach mal so“ macht. Ab und zu habt ihr bestimmt auch mal daran gezweifelt, ob das die richtige Entscheidung war. Was würdet ihr Schriftstellern mitgeben die versuchen, ihren Weg zu gehen und dabei immer mal wieder überlegen, ob die Schublade nicht doch der beste Ort für die Geschichte wäre?

Wenn eine Geschichte für immer in der Schublade bleibt, wird man sich wahrscheinlich sein Leben lang fragen „was wäre gewesen, wenn…“. Genauso ist es mit Ideen/Konzepten für Unternehmen, die man hat und diese unversucht verwirft. In Deutschland ist die Kultur des Scheiterns leider noch nicht so angekommen wie z.B. in Amerika. Aber auch hier ist man auf einem guten, wenn auch langsamen Weg. Die Devise sollte auf jeden Fall sein: lieber Scheitern, als etwas unversucht lassen!

Danke euch!

What-the-Food-Ekaterina-und-Nina-300dpi-RGB_webNina und Ekaterina haben What the Food! 2015  im Frankfurter Bahnhofsviertel eröffnet. Als ehemalige Banker- und Beraterinnen sind ihnen die Lücken im Markt für gesundes Essen immer wieder aufgefallen. Mit What the Food! wollen sie gesundes, leckeres Essen auf die schnelle Art anbieten, zum Beispiel für die Mittagspause. Und zeigen, dass „gesund“ und „schnell“ sich nicht widersprechen! What the Food! ist online hier zu finden sowie bei Facebook und Instagram.

2 Gedanken zu “Brain Snack: Lieber Scheitern, als etwas unversucht lassen! – Interview mit zwei Gründerinnen

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