Get shit done: Warum Ausreden uns im Weg stehen

IMG_3553Ich will schreiben und dann – oh – ein Vogel (wahlweise auch Jared Leto)! Es ist so leicht, sich in Zeiten von Instagram, Twitter und Facebook ablenken zu lassen. Fazit: Wir schauen uns hübsche Bilder an, chatten mit Bekannten, verfolgen Partys, Hochzeiten und den Einzug des neuen Hundebabys. Wir tun alles, außer voranzukommen. Was leider auch dazu führt, dass das Buch, das wir schreiben wollen, nie fertig wird.

In Wahrheit ist es doch so: Wir tun diese anderen Dinge, weil es irgendeinen Grund gibt, aus dem wir die Geschichte vor uns herschieben. Ausreden eben. Aber damit ist jetzt Schluss 🙂

5 Ausreden, warum wir gerade nicht schreiben können und Antworten darauf, warum die Ausreden nicht zählen:

1. Ich muss gerade noch Social-Media-Management auf Facebook machen. Nicht unbedingt. Denn ja: Mit Leserinnen und Lesern interagieren ist wichtig. Aber: Wenn wir den ganzen Tag damit verbringen, Buch 1 zu promoten, haben wir keine Zeit, Buch 2 zu schreiben, und werden in Kürze überhaupt nichts mehr zu promoten haben. 

2. Ich weiß nicht so genau, wie ich an diese Szene rangehen soll… Na und? Die Kunst des Schreibens liegt darin, zu schreiben. Also: Einfach loslegen, und wenn es am Anfang primitiv klingt, können wir hinterher immer noch überarbeiten. Hauptsache, es ist was zum Überarbeiten da.

3. Ich war so lang keinen Sport machen… Verstehe ich total. Aber wie wäre es damit, beides unter einen Hut zu bringen? Früher aufstehen, oder später schlafen gehen? Oder die Zeit halbieren zwischen Schreiben und Sport. Dann haben wir beidem etwas.

4. Meine sozialen Kontakte… wir wollen am Wochenende weggehen und dann muss ich ausschlafen und dann… ist schon wieder Montag. Hey, soziale Kontakte sind wichtig! Ich würde niemals jemandem ausreden, mit seinen Freunden um die Häuser zu ziehen. Und vor allem: Das muss auch sein. Kleines Aber: Wenn eine Deadline ins Haus steht, sollte man sich disziplinieren. Oder, um dem schlechten Gewissen vorzubeugen: Einen Plan machen, wie weit man vor dem Treffen gekommen sein will. Wenn man es geschafft hat – super! Wenn nicht, muss man am nächsten Tag verkatert halt noch mal ran…

5. Ich möchte so gern ein Buch schreiben, das in Neuseeland spielt. Sieht so schön aus in den Herr-der-Ringe-Filmen. Ich war aber noch nie da… also muss das Buch warten, bis ich genug Geld habe, um einen Urlaub dort zu machen und dann darüber zu schreiben. Das ist Unsinn. Zwei Lösungen zu dem Problem: Einen anderen Ort suchen, an dem die Geschichte spielen soll. Es wirkt ohnehin authentischer, wenn wir uns in den Straßen, durch die die Protagonisten laufen, auch auskennen und jeden Kiesel perfekt beschreiben können. Wenn das aber keine Option ist: Recherchieren, Bildbände studieren, Google Maps konsultieren…geografische Grenzen sind heute keine Schreibgrenzen mehr. 

Was sind eure liebsten Ausreden und wie kriegt ihr sie klein?

alexa


11 Gedanken zu “Get shit done: Warum Ausreden uns im Weg stehen

  1. Prokrastination ist ja ein Dauerbrenner bei uns Schreibenden und lässt sich offenbar leider nicht mit rationellen Antworten bekämpfen (auch nicht von den von Dir angeführten 🙂 ). Denn prinzipiell ist uns ja alles klar. Da geht etwas ganz anderes ab im Unbewussten, Versagensängste oder was weiß ich …
    Was hilft? Weiß ich ja leider auch nicht 🙂 Jedenfalls keine „Argumente“. Bei mir klappts mit Disziplin, Schreibritualen, festen Zeiten, manchmal auch per Kopfhörer die Ohren zudröhnen, auf dass ich meine Aufschieb-Bedürfnisse gar nicht erst höre. Letztlich hilft aber nur eins: Der Abgabetermin fürs Manuskript 🙂

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    1. Du hast total Recht: Abgabefristen sind der beste Weg, diszipliniert zu arbeiten! 🙂 Routinen und Rituale wie du sagst, finde ich auch hilfreich. Man kommt dadurch einfach schneller in einen „Flow“, und dann klappt’s auch mit dem Text 🙂

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  2. Meine Ausrede ist in der Regel was, das tatsächlich semi-wichtig ist – hier Vereinsgedöns, da ultradringendes(?) Mail … Mich dann trotzdem zum üblichen Zeitpunkt auf meinen Hintern zu setzen, tut dann manchmal schon weh. Aber: De facto vertrödele ich jeden Abend Zeit im Internet, die sich auch produktiv nutzen ließe. Ergo muss die vertrödelte Zeit reduziert werden – wo ich dann feststelle, dass es gar nicht so lang gedauert hat und ich trotzdem noch ausreichend rumtrödeln kann.

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    1. Genau, ich glaube, manchmal muss man das Trödeln einfach mal sein lassen, und sich „an die Arbeit setzen“. Und wenn man dann merkt, wie schnell das tatsächlich geht, kann man ja wieder trödeln – und hat dabei noch nicht mal ein schlechtes Gewissen, weil man ja geschafft hat, was man schaffen wollte 🙂

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  3. Die Konzern rbeit hat mir eine Sache eingeimpft: Zeitmanagement. Ein Priorisierung auf einen Koordinatensystem von Wichtig und Dringend. Folglich immer die dringenden und wichtigen Angelegenheiten zu erst. Natürlich, sind diese Prioritäten fließend, immer unter verschiedenen Kontexten zu sehen und wenn ich ewig nicht mit meinen Freunden einen Heben gegangen bin – na, dann hat das Prio 1 🙂
    Zudem werden immer empfehlen sich immer Wochenpläne! Tagespläne engen ein und demotivieren, weil man eh meistens nicht alles schafft.

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    1. Genau, priorisieren und dann auch abarbeiten ist extrem wichtig. Und dabei sogar nicht nur Zeitmanagement, sondern auch Energie- und Ressourcenmanagement 🙂 Wenn ich weiß, dass ich abends produktiver bin als morgens, sollte ich mich nicht zwingen, morgens zu schreiben – nur weil andere das tun. Und dementsprechend mir auch Freiheiten nehmen, wann es für mich passt – wie die Party mit den Freunden 😉

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