Wie man als Teilzeitautorin Zeit und Energie managen kann

Kennt ihr das – ihr optimiert euren Tagesablauf, euren ganzen Zeitplan, um noch ein paar Minuten Schreibzeit mehr reinzuquetschen? Und dann ist es irgendwie vollkommen ineffektiv?

Mir ist das mehr als einmal passiert, und die Gründe waren ganz unterschiedlich: weil es einfach nicht zu meinen Abläufen gepasst hat, weil dadurch alles andere furchtbar stressig wurde, weil ich erschöpft war von zu viel Arbeit und zu wenig Pause.

Bianca von Schreibwahnsinn bringt auf den Punkt, wieso das so ist: Es geht nicht darum, seine Zeit zu managen, sondern seine Energie. Und Carina von Um180Grad hat drei Tipps, wie das im Detail funktioniert:

  1. Kreative Aufgaben an den Start des Tages setzen und währenddessen Social Media blocken und E-Mails ignorieren.
  2. Diese interaktiven Aufgaben in den Nachmittag setzen.
  3. Sich Freizeit gönnen, um die (kreativen) Akkus wieder aufzuladen.

Das sind tolle Tipps, die ich unbedingt so unterschreiben würde. Allerdings höre ich schon einige von euch genau dasselbe einwenden, das auch mir zuallererst durch den Kopf gegangen ist: Und was ist, wenn ich keine Vollzeitautorin bin? Was, wenn ich am Nachmittag überhaupt keine Zeit habe, weder für kreative noch für interaktive Aufgaben? Was, wenn Schreiben und Freizeit meistens ein Trade-Off sind, also nur eins von beidem geht und Schreiben praktisch zum Synonym für Freizeit geworden ist, weil es sonst überhaupt nicht mehr weitergeht mit den Manuskripten?

Fünf Tipps, die ich mir zu Herzen nehme:

Priorisieren. Was besonders wichtig ist und was nicht, kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Muss heute unbedingt diese eine Szene fertig werden? Oder doch eher der Blogpost? Oder Social Media Marketing? Man sollte sich von vornherein überlegen, was am wichtigsten ist und damit anfangen. Wenn von den unwichtigeren Dingen etwas nicht erledigt wird, ist es nicht so schlimm. Ich persönlich priorisiere Schreiben fast immer am höchsten, aber es gibt durchaus Tage, an denen ich zuerst Social Media mache, einfach weil es aus Marketinggründen genau dann extrem wichtig ist.

Realistische To Do-Listen schreiben. To Do-Listen sind so etwas wie Gebrauchsanweisungen für die Zeit, die man zu Verfügung hat – keine Wunschzettel. Man sollte sich zuerst genau überlegen, wie viel Zeit man überhaupt zur Verfügung hat, und dann auch nur so viele Punkte auf die Liste nehmen, wie man realistischer Weise schaffen kann.

Loslassen. Besonders bei guten Projekt- oder auch Marketingideen fällt das schwer – wenn eine Idee gut ist, will man sie schließlich auch umsetzen. Manchmal muss man sie aber auch zurückstellen oder sogar ganz aufgeben können – nämlich dann, wenn sie zu viel Energie erfordert, oder wenn das Zeitkontingent ganz einfach aufgebraucht ist. Lieber wenige Dinge gut machen, als viele Dinge nicht fertig bekommen und darüber in Stress geraten.

Done is better than perfect. Das sage ich auf diesem Blog nicht zum ersten Mal, und ich halte es für extrem wichtig. Die letzten fünf Prozent zur vermeintlichen Perfektion sind oft die, die unverhältnismäßig viel Energie fressen, weil sie mit Stress und Druck behaftet sind. Hier lohnt es sich oft, es auch mal gut sein zu lassen – und lieber eine halbe Stunde mehr Freizeit zu genießen, um die Akkus aufzuladen.

Nicht zu hart mit sich selbst sein. Wir können nicht immer alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Manchmal kommt das Leben dazwischen, oder man hat schlicht keine Lust, schon wieder den Abend lang am Schreibtisch zu sitzen. Das ist okay und sollte erlaubt sein. Danach sollte man sich dafür auch keine Vorwürfe machen! Pausen gehören zum Schaffensprozess dazu. Meine Faustregel? Wenn ich unterm Strich insgesamt von mir sagen kann, ich habe mein Bestes gegeben, dann ist das mehr als in Ordnung. Und dabei gilt: Das Beste ist nicht immer gleich viel oder gut. An manchen Tagen schaffe ich 5000 Wörter, an anderen nur 200. Und dafür mache ich mir keinen Vorwurf – oder versuche es zumindest!

Was habt ihr für Erfahrungen mit Zeit- und Energiemanagement gemacht?

Alena


10 Gedanken zu “Wie man als Teilzeitautorin Zeit und Energie managen kann

  1. Hallo Alena,
    das mit dem Zeitmanagement ist wirklich eine Sache für sich. Egal wie viel Zeit ich habe, ich nehme mir immer wieder mehr vor als ich eigentlich schaffen kann. Das ist wirklich frustrierend.
    Ich versuche, mir besonders den folgenden Teil künftig zu Herzen zu nehmen:

    „To Do-Listen sind so etwas wie Gebrauchsanweisungen für die Zeit, die man zu Verfügung hat – keine Wunschzettel.“

    Für das Energiemanagement setze ich mich morgens mit meinem ersten Kaffee häufig gleich an mein Buchprojekt, damit ich wenigstens meine Tagespflicht schon erledigt habe, wenn der Tag so richtig losgeht. Abends bin ich nämlich auch manchmal einfach zu müde oder habe die Gedanken woanders.

    Viele Grüße
    Erin

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    1. Liebe Erin, ich mache es genauso – morgens mit dem Kaffee/Frühstück erstmal ans Manuskript setzen, weil abends immer zu viel dazwischen kommt. Und zu viel vornehmen – das kenne ich. Früher habe ich das noch mehr gemacht, aber auch heute passiert es mir immer wieder. Deshalb ist der Tipp, dass To Do-Listen keine Wunschzettel sind, auch einer, an den ich mich immer wieder selbst erinnern muss 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Ich schreibe morgens auch besser als nachmittags, weshalb ich mir Termine möglichst nachmittags lege. (Einen davon habe ich in der Woche frei.) Es sei denn, ich bin in einer Phase, wo Prokrastination okay ist.
    Und wehe, ich fange morgens mit Mails und so was an – das sind weniger Zeit- als Ideenfresser. Bis ich dann geistig von Mail/Social Media nach Roman umgestellt habe, muss ich meistens schon wieder aufhören.

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