Bücher und Menschen: Warum schreiben auch irgendwie ein Mannschaftssport ist

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, wo sich ja alles um Bücher und Menschen, um Lesen und Begegnungen dreht, muss ich immer ein wenig über das sich allseits hartnäckig haltende Gerücht schmunzeln, dass lesen und schreiben einsame Tätigkeiten sind.

Wir Büchermenschen wissen, dass das ganz und gar nicht so ist. Gerade die Entwicklung eines neuen Buchprojekts lebt maßgeblich vom Austausch – und das fängt schon ganz am Anfang an:

Die Ideenentwicklung
Ja, sogar schon dann! Sprecht mit euren Freunden, Schriftstellerkollegen, Buchbloggern oder irgendwem, dem ihr eure Ideen anvertrauen möchtet, und diskutiert. Das heißt nicht, sich von seinen Ideen abbringen zu lassen oder die von anderen zu übernehmen. Aber es gibt euch von Anfang an ein Gefühl dafür, ob die Idee einen Funken entzündet. Außerdem bekommt ihr ganz sicher hilfreiche Tipps: irgendjemand weiß, wo ihr recherchieren könnt, jemand kennt ein ähnliches Buch, von dem ihr euch abheben solltet, etc.

Die Plotting-Phase
Löcher im Plot entdeckt man besten, wenn man frühzeitig drüber spricht. Auch wenn man wie wir zusammen schreibt, kann man hier weitere Meinungen einholen. Vorteil: Schon beim Erzählen bemerkt man schnell, wenn etwas absolut keinen Sinn macht. Und grobe Logikfehler, die einem auf Grund von zunehmender Betriebsblindheit durch die Lappen gegangen sind, fallen eurem Gesprächspartner möglicherweise sofort auf.

Die Schreibphase
Hier hat jeder seinen eigenen Rhythmus: Gibt man den Text kapitelweise an Betaleser oder erst, wenn er fertig ist? Wie man es macht, ist wahrscheinlich egal, wichtig ist nur, dass man es macht. Besonders, wenn das Buch unter einer Deadline entsteht, ist es enorm wichtig, Zeit fürs Testlesen einzuplanen. Manchmal wird das knapp – zum Beispiel bei Geteiltes Blut Messenger hatten wir nicht genug Zeit, eine so ausgiebige Testleserrunde zu machen wie bei Geteiltes Blut dot Com – aber zumindest die ein oder zwei wichtigsten Betaleser sollten in jedem Fall auf den Text losgelassen werden.

Die Überarbeitungsphase
Zeigt eure Überarbeitungen euren Testlesern, und wenn ihr auf dem Schlauch steht, bittet sie aktiv um Hilfe und Feedback. Manchmal ist man mit dem eigenen Text nicht skrupellos genug, oder man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Meine Erfahrung ist, dass eine frische Sicht auf die Dinge Wunder wirken kann.

Alena

 

 

 

PS – Tipp: Auch Exposés, Leseproben, Anschreiben an Agenturen und Verlage können nur besser werden, wenn jemand anders drüber gelesen hat!

PPS: Was habt ihr in dieser Richtung für Erfahrungen mit Büchern und Menschen gemacht?

 


3 Gedanken zu “Bücher und Menschen: Warum schreiben auch irgendwie ein Mannschaftssport ist

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s