Spin-Offs schreiben: Wie man aus der Neben- eine Haupthandlung macht

Letzte Woche haben wir schon davon berichtet: Als Beitrag zur Impress-Anthologie Bittersüße Weihnachten: Fantastisch-romantische Adventsgeschichten ist ein Spin-Off zu Geteiltes Blut erschienen: Vampire kann man auch an Heiligabend jagen.

Aber was genau ist eigentlich ein Spin-Off? Wenn ich mal ganz unseriös Wikipedia zitieren darf, so versteht man darunter „ein Produkt, das aus einem anderen fiktiven Werk ‚ausgelagert‘ wurde“ und in dem „beliebte Nebenfiguren zu Hauptfiguren“ gemacht werden.

In Vampire kann man auch an Heiligabend jagen heißen die Hauptfiguren nicht wie in den Romanen Julie Turner und Val Devine. Stattdessen überlassen wir die große Bühne Dora, Julies bester Hackerfreundin, und James, Julies Cousin.

Aber wie wählt man aus, welche Figuren sich für das Spin-Off eignen bzw. was als Stoff passen könnte?

Figuren, deren Geschichte nicht ganz erzählt ist, und deren Geschichte man im Rahmen der eigentlichen Geschichte auch nicht erzählen kann, eignen sich hervorragend. Das sind zum Beispiel Nebenfiguren, die man mit einer umfangreichen Backstory ausgestattet hat, die aber in der Haupthandlung, in der ja die Hauptfiguren die Stars sind, einfach nichts zu suchen hat.

Die Vorgeschichte oder Verzweigungen der Haupthandlung sind auch nie verkehrt. Dabei sollte man sich aber im Klaren darüber sein, ob diese Ereignisse wirklich für sich genommen spannend sind oder nur in Bezug auf die Haupthandlung. Wenn letzteres der Fall ist, wird das Spin-Off nur Fans des Hauptwerks Spaß machen.

Figuren, die uns mehr ans Herz gewachsen sind, als wir beim Plotten dachten und denen wir deshalb nicht genug Raum gegeben haben – da wird es richtig spannend. Wir können uns austoben außerhalb der Grenzen, die uns der Plot des Hauptwerks vorgibt, und gleichzeitig auf einer bestehenden Basis aufbauen, da das World Building ja schon erledigt ist. (Das ist ein Grund, wieso James eine Hauptfigur unseres Spin-Offs geworden ist. Er ist in unseren Romanen keine Perspektivfigur, wird aber im Laufe der Handlung immer vielschichtiger und damit interessanter.)

Außerdem gibt es Figuren, die den Lesern ans Herz gewachsen sind und die man als kleines Geschenk an die Fans auch mal ins Rampenlicht rückt. (Deshalb ist Dora unsere zweite Hauptfigur: Nach Geteiltes Blut dot Com haben wir immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass sie besonders beliebt ist.)

Und dann gibt es noch Figuren, die der Geschichte mehr Facetten geben, die man aber aus Gründen der Perspektive nicht unterbringen kann (zum Beispiel, wenn der Roman in der Ich-Perspektive des Helden geschrieben wurde und das Spin-Off Einblick in die Perspektive des Antagonisten gibt).

Ihr seht, wo wir unseren Schwerpunkt gesetzt haben. Wer hat auch schon mal ein Spin-Off geschrieben? Habt ihr andere Erfahrungen, die ihr teilen könnt?

Alena


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